100 Bürger beim Info-Abend Radweg nach Melle-Neuenkirchen kann ab 2017 gebaut werden

Von Norbert Wiegand

Zu schmal für Straße und Radweg: Die Violenbrücke muss erneuert werden. Foto: Norbert WiegandZu schmal für Straße und Radweg: Die Violenbrücke muss erneuert werden. Foto: Norbert Wiegand

Neuenkirchen. „Die Vorbereitungen für die Planung des fünf Kilometer langen Radweges entlang der Gerdener Straße sind auf einem guten Wege“, antworte Liesel Thie auf Fragen aus dem Kreis der mehr als 100 versammelten Bürger. Auf einen genauen Zeitpunkt des Baubeginns wollte sich die Sprecherin der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Osnabrück) nicht festnageln.

Neuenkirchen. „Die Vorbereitungen für die Planung des fünf Kilometer langen Radweges entlang der Gerdener Straße sind auf einem guten Wege“, antworte Liesel Thie auf Fragen aus dem Kreis der mehr als 100 versammelten Bürger. Auf einen genauen Zeitpunkt des Baubeginns wollte sich die Sprecherin der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Osnabrück) nicht festnageln.

„Werden wir denn den Radweg noch zu unseren Lebzeiten nutzen können?“, ließen einige Teilnehmer der Diskussion nach der bislang 30-jährigen Wartezeit Zweifel an einem zügigen Planungsverfahren anklingen. „Wenn alle Grundstückseigentümer einverstanden sind und keine verzögernden Einwendungen erhoben werden, wäre ein Baubeginn 2017 denkbar“, so die Chef-Planerin. Aber dass dann auch die Finanzmittel zur Verfügung stehen, könne sie in ihrer Funktion nicht garantieren. Verbindlich kündigte sie aber an, dass zum Ende des Jahres der fertige Vorentwurf vorliegt, sodass im März 2015 das Planfeststellungsverfahren eröffnet werden könne.

„Die Bauzeit kann ein Jahr oder etwas länger dauern“, sagte Thie. „Es ist vorwiegend mit einseitigen Sperrungen zu rechnen, der Bau von Radwegen erfordert in der Regel keine Vollsperrungen“, ergänzte Tiefbauamtsleiter Thomas Große-Johannböcke. Einige Diskussionsteilnehmer monierten, dass der Radweg nicht bei der Sanierung der Fahrbahn vor wenigen Jahren mitgebaut wurde, und sprachen in diesem Zusammenhang von „Verschwendung von Steuergeldern“. Dazu erklärte Thie: „Fahrbahnsanierung und Radwegneubau sind baulich ganz verschiedene Sachen, außerdem werden sie aus unterschiedlichen Töpfen finanziert.“ Zu den Kosten wollten die Planer nichts sagen, außer: „Dieser lange Radweg wird teuer.“ Thie wies auf den „außerordentlich frühen Zeitpunkt“ dieser Bürgerbeteiligung hin, zu dem es noch keine Kostenschätzung gibt.

Einige Teilnehmer schienen am Sinn des Radweges zu zweifeln: „Wie viele Radfahrer fahren da überhaupt?“ Die allermeisten Redebeiträge, unter anderem von Neuenkirchens Ortsbürgermeister Volker Theo Eggeling, machten allerdings unmissverständlich klar, dass die Entscheidung für den Radwegbau mit großer Freude und Dankbarkeit begrüßt werde. Es gab Beifall für solche Aussagen.

Kompensationsflächen

Vor der allgemeinen Diskussion hatte Hennig Trommet vom beauftragten Planungsbüro den ersten Vorentwurf präsentiert. Der Weg wird in seiner gesamten Länge auf der Westseite der Gerdener Straße entstehen. Auf dieser Seite gebe es weniger Konflikte mit Zufahrten aus Siedlungen und von Betrieben, so befinde sich beispielsweise die Tankstelle auf der Ostseite. Die Violenbrücke sei zu schmal und müsste durch ein neues Brückenbauwerk ersetzt werden. In den beiden Kreiseln in Gerden und Neuenkirchen soll der neue Radweg fünf Meter vom Fahrbahnrand abgerückt werden, sodass die Radler dort künftig bei Straßenüberquerungen die Vorfahrt achten müssen.

„Auch der Naturschutz wird auf der Westseite der L701 weniger beeinträchtigt“, ergänzte Ralf Schoolmann. „Auf der Ostseite wären zwei Waldgebiete und mehrere Einzelbiotope betroffen, während sich die Umwelteingriffe in der ausgeräumten Landschaft auf der Westseite in Grenzen halten“, betonte der Landschaftsarchitekt der Landesbehörde. Gleichwohl würden für mehrere Einzelbäume und einen Waldrand Kompensationsflächen benötigt. Schoolmann appellierte an die benachbarten Grundstückseigentümer, Restflächen oder feuchte Wiesen für die Ersatzmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.