Grenzen austesten in großen Höhe Mutiges Azubi-Team aus Melle im Hochseilgarten

Von Marita Kammeier

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Melle.Die Wirtschaft sucht Auszubildende, das ist bekannt. Doch was tut sie dafür? Auf der Suche nach Beispielen sind wir mit den Auszubildenden der Tetra GmbH im Hochseilgarten Kalkriese gelandet. Das war der Höhepunkt der Einführungswoche für die Neuen.

Seit fast zwei Monaten sind die vier künftigen Industriekaufleute, die Maschinenführerin, die Fachkraft für Lagerlogistik und der Informatiker bereits im internationalen Unternehmen für Aquaristik, Fisch- und Hundefutter tätig. „Meist gucken wir zu, um zu lernen und eine Ahnung von der Produktion, den Maschinen und verschiedenen Arbeitsschritten zu erhalten“, sagt Kerke-Jan Uslepp, der in mehreren Abteilungen Einblicke in die Planung und Aktualisierung der Stammdaten erhalten hat.

Seine Kolleginnen Daria Lübbert und Milena Welzel arbeiteten in der Personalabteilung und im Einkauf, wo sie Informationen über die Rohstoffe sowie über das umfangreiche Artikelsortiment sammelten. Erste Kenntnisse über das zur United Pet Group, einer Tochterfirma des nordamerikanischen Mischkonzerns Spectrum Brands, gehörende Unternehmen erhielten die neuen kaufmännischen und gewerblichen Auszubildenden während der gemeinsamen Schulungen und Besichtigungen in der sogenannten Einführungswoche.

Dabei lernten sie unter anderem das Intranet, die Ausbildungspläne sowie Konzepte zum Datenschutz und zur Arbeitssicherheit kennen. Sarah Große, Auszubildende im dritten Lehrjahr, informierte die Gruppe über den Mini-Shop, der von den Azubis selbstständig organisiert wird.

Zweitägige EDV-Schulungen brachten die Neuen auf einen einheitlichen Wissensstand, während das Seminar „Auftritt und Etikette“ an den höflichen Umgang mit Kunden erinnerte. Gegenseitige Wünsche und Erwartungen an die Ausbildung, sowohl auf Arbeitgeber- wie auf Arbeitnehmerseite, waren in dieser Woche ebenso ein Thema wie die Rechte und Pflichten der Auszubildenden.

Nach so viel Theorie kam der Aufruf von Ausbilderin Janna Brinkmann zum Höhepunkt der Einführungswoche wie gerufen: „Wir fahren nach Bramsche-Kalkriese in den Hochseilgarten.“ Traditionell werden zu diesen Ausflügen alle Azubis eingeladen.

Im Kletterwald waren zahlreiche Seile und Brücken zwischen den Stämmen gespannt. Damit sich niemand verletzte, achtete die Trainerin Anette Düsing bei den Sprüngen aus acht und elf Meter Höhe darauf, dass die Karabinerhaken richtig eingehängt und verschlossen wurden. Sie ermutigte die Gruppe beim Balancieren, Klettern und Springen zum Überwinden und Austesten der Grenzen und rief zur Teamarbeit auf: „Wir brauchen uns im Berufsalltag gegenseitig, müssen Vertrauen und Zuverlässigkeit aufbauen.“

In den folgenden vier Stunden gaben die 14 Azubis alles: beim Warming-up balancierten sie über wackelnde Holzstäbe, zeigten akrobatisches Geschick beim Tanz über den Seilparcours im Niedrigseilgarten und sprangen im freien Fall aus schwindelerregenden Höhen.

„Das ist unglaublich schwer“, riefen Sarah Große und Lisa Niekamp, während sie versuchten, das Gleichgewicht beim Hangeln über die Seile zu halten, um nicht in die sinnbildlichen Sümpfe abzustürzen. Mit verbundenen Augen kämpfte Sanja-Sophie Müller unverdrossen und erreichte so das Ziel.

Anschließend im Hochseilgarten hieß es: Viererteams bilden, die Seile mit Karabinerknoten sichern, acht Meter hochklettern, Hand aufs Herz und im freien Fall runterspringen. Zu den Höhepunkten zählten die Saltosprünge durch die Lüfte und der Fledermaussprung aus elf Meter Höhe.

„Es war anstrengend, aufregend und hat Spaß gemacht“, lautete das abschließende Fazit von Sven Bartelheimer, Tobias Schäfer und Simon Schwermer beim Ausklang der Klettererfahrung im Restaurantgarten des Kletterwaldes.


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