Die Diakone Martin Walbaum und Klaus Hinck Mit Leib und Seele im CKM Melle

Sie lachen und beten mit den Patienten: die Diakone Klaus Hinck und Martin Walbaum im CKM (von links). Foto: Daniel MeierSie lachen und beten mit den Patienten: die Diakone Klaus Hinck und Martin Walbaum im CKM (von links). Foto: Daniel Meier

Melle. Sie lachen und beten mit den Patienten: Die Diakone Martin Walbaum (katholisch) und Klaus Hinck (evangelisch) sind mit Leib und Seele im Christlichen Klinikum (CKM) aktiv. Als Diakone sind sie für die Patienten, aber auch für die Mitarbeiter da.

„Manchmal wundern sich die Patienten, warum ich keine Krankensalbung geben kann“, sagt Walbaum. Ich erkläre ihnen dann, dass das einem Priester vorbehalten ist. Dafür können er und sein evangelischer Kollege die Patienten aber auf vielfältige andere Weise auf ihrem Weg begleiten.

„Wir ergänzen uns in gelebter Ökumene“, meint Hinck, der seit 2011 im CKM tätig ist und vorher Kirchenkreisjugendwart war. Seit 1981 ist er in Melle. „Ich kenne viele Menschen hier, und das erleichtert mir die Arbeit im Krankenhaus“, betont der Diakon, der aus der Nähe von Bremervörde stammt, einer strikt evangelischen Gegend. „Ich habe Ökumene erst in Melle erlebt“, berichtet Hinck: Und die werde hier sehr viel intensiver gelebt als anderswo. Das hänge auch mit der besonderen Situation des CKM zusammen, das aus einem katholischen und einem evangelischen Krankenhaus hervorgegangen sei.

Bei den Patienten stehe die Konfession allerdings meist nicht so im Vordergrund, weiß Walbaum: „Wenn wir im Krankenzimmer sind, dann fragen wir nicht danach, wer evangelisch oder katholisch ist.“ Auch für die Mitarbeiter sei es wichtig, ein christliches Haus zu sein, ohne die konfessionellen Unterschiede zu hoch zu hängen.

Deshalb gebe es auch immer wieder ökumenische Gottesdienste und Trauerfeiern für tot geborene Kinder. Viel Wert sei es, so Walbaum, dass die Meller Kirchengemeinden sehr eng mit dem CKM verbunden seien.

Ganz besonders stark zeige sich die Zusammenarbeit der Seelsorge und verschiedener Berufsgruppen im Palliativbereich. Da sei die Seelsorge eng in die Therapie einbezogen, erläutert Hinck. Es gebe wöchentlich regelmäßige Besprechungen mit allen, die die jeweiligen Patienten begleiten. Aber anders als die Mediziner müssen die Diakone nicht ein konkretes Ziel erreichen, „sondern meistens geben die Patienten vor, worüber sie reden wollen“. Manche Gespräche dauern nur fünf Minuten, andere eine halbe Stunde.

Unter die Haut

Und auch die Mitarbeiter schätzen das Mitwirken der Diakone: „Wir sind die, die manchmal Ruhe in schwierige Situationen bringen, was die Mitarbeiter in ihrem ständigen Gefordertsein oft nicht schaffen können.“

Jeder Tag ist anders: „Oft begleiten wir die Patienten in Situationen, die unter die Haut gehen“, berichtet Walbaum und nennt in diesem Zusammenhang ein Beispiel: Eine über Fünfzigjährige hatte Nachricht bekommen, unheilbar an Krebs erkrankt zu sein. Der von ihr getrennt lebende Mann und die Kinder sowie ihre Mutter und viele andere kamen sogleich in das CKM. Jeder war geschockt. „Es waren komplizierte Gespräche“, erinnert sich der Diakon.

Hinzugekommen sei, „dass wir als Seelsorger nicht mehr nachsorgen konnten, weil die Erkrankte in ein anderes Haus verlegt worden ist. Anders wäre es gewesen, wenn wir sie hätten weiter begleiten können.“ Die Diakone bleiben in schwierigen Situationen nicht allein: „Wir machen Supervisionen und Gespräche mit anderen Kollegen, um bestimmte Erlebnisse zu verarbeiten.“ Wichtig seien aber auch die Gespräche mit Angehörigen ohne Patienten, in denen sie oft viel erzählen, jeder für sich braucht oft das Gespräch. Diese Möglichkeit werde noch nicht ausreichend genutzt. Oft werden die beiden gefragt, ob es nicht eine sehr schwere Arbeit sei, immer nur mit Leid und Problemen zu tun zu haben?

Nein, entgegnen sie dann: Es sei auch eine sehr erfüllende Arbeit: „Man kann lernen, wie Menschen selbst mit ihrem Leid umgehen, es gibt dem Leben eine neue Qualität, nimmt Ängste. Unsere Arbeit ist meistens eine sehr schöne, es wird auch viel gelacht und viel gebetet.“