Waldorfschule als Manufaktur Meller Schülerfirma vertreibt selbst Hergestelltes

Die Oberstufe der Waldorfschule mit Lehrer Meik Münkel (vorn, links). Foto: Michael HengeholdDie Oberstufe der Waldorfschule mit Lehrer Meik Münkel (vorn, links). Foto: Michael Hengehold

Melle. In den vergangenen Wochen haben die Schüler der Oberstufe der Freien Waldorfschule Melle (Klassen 10 bis 12) an einem Projekt gearbeitet, in dessen Verlauf sie einen Internetshop entwickelt haben. Die dort vertriebenen Produkte stellen die Schüler nachhaltig selbst her.

Während der Politikepoche im Juli haben die Schüler eine Website bearbeitet, das dazugehörige Logo entwickelt und über die Herstellung der Produkte gesprochen. Die werden von den Schülern in einem separaten Raum der Schule hergestellt. „Der Shop wird als Schülerfirma von den Schülern unter Betreuung von fachlich qualifizierten Lehrkräften betrieben“, erläutert OberstufenbetreuerMaik Münkel.

In Handarbeit verarbeiten kleine Schülergruppen die Rohstoffe. „ Je nachdem, um was für Produkte es sich handelt, sammeln und ernten wir Kräuter und Pflanzen“, erklärt Isabel Kuchta (16) den Herstellungsprozess, „anschießend werden sie getrocknet. Für Tee werden die Teile zerkleinert und dann in umweltfreundliche Verpackungen abgefüllt.“

Nachdem die Oberstufe das Thema Globalisierung im Unterricht vertieft hatte, waren viele Schüler betroffen und es war ihnen besonders wichtig, selbst zu handeln. Unter www.greenshoppingmelle.de (noch ohne Inhalte), wird die Schülerfirma die Bandbreite von nachhaltig hergestellten Produkten zur Auswahl stellen. Tee, Öle, Salben, Honig und Kräutermischungen können Interessierte voraussichtlich ab Ende Herbst, auf der dann freigeschalteten Website online bestellen und nach Hause geliefert bekommen.

Unter dem Motto: Tee, Öle, Honig und mehr, aus der Region, das ist fair, ist es den 14- bis 18-Jährigen ein wichtiges Anliegen, sich für die Umwelt stark zu machen. Sie möchten an das Verantwortungsbewusstsein möglichst vieler Menschen appellieren.

„Durch den globalisierten Handel kommt es immer stärker zur Ausnutzung von ganzen Gesellschaften, besonders von Menschen in Drittländern“, sagt Benjamin Joost-Meyer zu Bakum (14). „Diesem Trend möchten wir entgegenwirken und nicht nur unsere Produkte selber herstellen und zu fairen Preisen vertreiben, sondern auch die Gewinne sozialen Projekten in der Bildung zukommen lassen“, fügt Marieke Leiwe (18) hinzu.

Den Artikel haben Ricarda Mütterthies, Benjamin Joost-Meyer zu Bakum,

Anika Schulte und Finn Kleberverfasst, am Projekt Schülerfirma sind alle Schüler der Oberstufe beteiligt.