Seelhöfer wie einst Jan Fitschen Erstmals geht der Wanderpokal an Meller Läufer

Schwere Trophäe: Johannes Belt, stellvertretender Abteilungsleiter der Leichtathleten des SC Melle, übergibt den „Ewigen Wanderpokal“ an Jannik Seelhöfer nach dessen Sieg über 1500 Meter beim Läuferabend. Foto: SC MelleSchwere Trophäe: Johannes Belt, stellvertretender Abteilungsleiter der Leichtathleten des SC Melle, übergibt den „Ewigen Wanderpokal“ an Jannik Seelhöfer nach dessen Sieg über 1500 Meter beim Läuferabend. Foto: SC Melle

Melle. Bei den Läuferabenden des SC Melle wird der Sieger über die 1500 Meter der männlichen Jugend jedes Jahr mit dem „Ewigen Wanderpokal“ ausgezeichnet. Jetzt reckte erstmals ein Meller Leichtathlet den begehrten Pokal in die Höhe: Jannik Seelhöfer vom SC Melle.

Der Pokal in Form eines Läufers wurde 1988 von Uli Rath („Uli’s Läufershop“) aus Osnabrück gestiftet. Er besteht aus zehn Kilogramm Goldbronze und wurde vom Osnabrücker Künstler Hans-Jürgen Hagedorn geschaffen. Hagedorn hat sich durch Pokale mit Sportmotiven für Fachverbände und bekannte Großvereine einen Namen gemacht.

Kürzlich ist der Meller Wanderpokal zum 27. Mal vergeben worden. Namhafte Läufer haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in die Siegerliste eingetragen. 26-mal ging die schwere Trophäe an Läufer, die nicht aus Melle kamen (siehe Box).

Unter ihnen sind Sportler, die heute zur deutschen Spitzenklasse gehören. Allen voran Jan Fitschen, 2006 in Göteborg Europameister über die 10000 Meter geworden, der den Pokal in den Jahren 1993 und 1995 im Trikot des Osnabrücker Turnerbunds (OTB) holte.

Fitschen ist einer von mehreren Athleten, die den Cup zweimal ergatterten. Das ist zugleich die maximal mögliche Ausbeute, da die Auszeichnung nur an Jugendliche vergeben wird und die Altersklasse zwei Jahre umfasst.

Diese Ära der Sieger, die nicht aus Melle stammen, hat Seelhöfer nun durchbrochen. „Es ist eine große Ehre für mich und auch ein Ansporn, in einer Reihe mit früheren Pokalsiegern wie Jan Fitschen zu stehen“, sagt der 17-jährige Gymnasiast. Das zeige ihm, dass er gute Entwicklungschancen habe und auch in Zukunft noch Leistungssprünge möglich seien.

Janniks großes Ziel ist es, später einmal bei einer Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft im Hindernislauf der Männer zu starten. Die 2000 Meter Hindernis sind Seelhöfers aktuelle Paradedisziplin. Auf dieser Strecke wurde er Zweiter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften.

Pokal im Wohnzimmer

Den Wanderpokal hat er für Familie und Freunde gut sichtbar ins Wohnzimmer gestellt. Es ist seine bisher größte errungene Trophäe. Ein Jahr darf er sie nun behalten. Und sollte der Elftklässler, der auch 2015 noch in der Jugendklasse starten darf, im nächsten Jahr den Titel verteidigen, würde er sich in die noch exklusivere Liste der Läuferabend-Doppelsieger eintragen. „Ich werde es auf jeden Fall versuchen“, betont Jannik.

Um den Sieg über die Mittelstrecke beim Uli-Rath-Wanderpokal gab es immer wieder spannende Kämpfe. So entwickelte sich der Lauf 2013 zu einem Krimi. Letztlich musste das Zielfoto der elektronischen Zeitmessanlage über den Sieg entscheiden: Torben Flatemersch von der LG Osnabrück war der glückliche Sieger mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor seinem Vereinskameraden Jonathan Plemper.

Die beste Zeit auf der schnellen Meller Kunststoffbahn schaffte 2003 Hannes Bergmann vom TSV Kirchdorf in 3:59,1 Minuten.

Die beste Siegerzeit des späteren Europameisters und Studentenweltmeisters Jan Fitschen betrug in Melle 4:20,7 Minuten. Jannik benötigte dieses Jahr 4:18,23 Minuten zum Sieg ... Das lässt hoffen für die weitere Entwicklung des SCM-Talents.


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