Sportausschuss diskutiert: Wegweiser für die Zukunft? Sportentwicklungsplan: Mehr Kritik als Zustimmung in Melle

Von Simone Grawe

Leitlinie für die Zukunft? Über den Sportentwicklungsplan wird derzeit viel diskutiert. Foto: Simone GraweLeitlinie für die Zukunft? Über den Sportentwicklungsplan wird derzeit viel diskutiert. Foto: Simone Grawe

Melle. Begeisterung sieht wahrlich anders aus: Überwiegend Kritik und nur verhaltene Zustimmung gab es am Dienstag im Sportausschuss zu dem von der TU Erlangen vorgelegten Sportentwicklungsplan.

Nachdem der knapp 50000 Euro teure Bericht über den Sport in Melle in der vergangenen Woche präsentiert worden war, nahm jetzt der zuständige Fachausschuss dazu Stellung und beriet über das weitere Vorgehen. Fazit des Ersten Stadtrates Andreas Dreier: Die im Sportbereich installierte Steuerungsgruppe soll erneut ins Leben gerufen werden. Sie möge die in dem Plan entwickelten Ideen und Maßnahmen näher beleuchten und die dort gegebenen Empfehlungen im Kontext aufarbeiten und mit Prioritäten versehen: „Der Plan enthält viele wertvolle Anregungen und Hinweise. Darauf lässt sich aufbauen“, äußerte sich Andreas Dreier. Seinem Vorschlag stimmte der Ausschuss uneingeschränkt zu.

Zuvor hatte Mark Drescher dem Ausschuss und den interessierten Zuhörern die Eckdaten des Planes vorgestellt. Demnach treiben 67 Prozent der Meller regelmäßig Sport, 85 Prozent in der Freizeit, 15 Prozent als Wettkampf. Bei den beliebtesten Sportarten rangiert Schwimmen auf Platz eins, während 65 Prozent die Stadt als „bewegungsfreudig“ bezeichnen.

„So eine Präsentation hätte ich mir von der Uni Erlangen gewünscht“, äußerte sich Harald Kruse (CDU) im Anschluss an die Ausführungen. Er betrachtet den Sportentwicklungsplan als Zukunftsaufgabe mit vielen relevanten Themen für alle Bevölkerungsgruppen: Man solle den Plan optimistisch angehen und ihn nicht in der Ecke verschwinden lassen, um sich nachher nicht über die Kosten zu ärgern, meinte Kruse: „Lassen Sie uns den Plan aktiv anpacke, dann ist das Geld gut angelegt.“

Dürftiges Ergebnis

„Es gibt Punkte, die es sich lohnen anzugehen, um zu sehen, wie wir uns langfristig als Sportstadt aufstellen“, ergänzte Ursula Thöle-Ehlhardt. Als bedenklich bewertete sie die Tatsache, dass 25 bis 30 Prozent keinen Sport treiben. Von daher sollten auf der Basis des Berichts Kooperationsstrukturen geschaffen werden, um die Zukunftsfähigkeit der Vereine zu sichern: „Wir sollten jedenfalls den Mut haben, darüber nachzudenken, wie wir mit dem Plan umgehen“, betonte die Sprecherin der Grünen.

Auch Bernd Gieshoidt (CDU) sprach sich dafür aus, auf der Basis der Daten mehr in die Tiefe zu gehen: „Es liegt an uns, was wir aus dem Plan machen“, stellte Gieshoidt fest. Immerhin stelle der Bericht der Stadt ein gutes Zeugnis aus.

Hingegen beurteilte Peter Bungard den Bericht als enttäuschend. Ihm fehlten klare Aussagen, Substanz und eine deutliche Zielführung: „Wir brauchen ein Ranking, um genau sagen zu können, wo der Trend hingeht. Da stellt sich schon die Frage, ob das Geld gerechtfertigt ist“, monierte der SPD-Ratsherr, der insgesamt von einem „dürftigen Ergebnis“ sprach.

Damit lag er nahezu auf einer Wellenlänge mit Heinrich Thöle (FDP), der sich von diesem umfangreichen Werk ebenfalls bessere und klarere Ergebnisse erhofft hätte.

„Als Vereine hätten wir mehr erwartet“, lautete auch das Fazit von Hans-Martin Oberschelp vom Sportdach. In Melle treiben 18000 bis 19000 Menschen Sport, und die hätten großes Interesse zu sehen, wie die Entwicklung weitergeht. An den Ausschuss richtete Oberschelp den Wunsch, dass die Vereine künftig an der Entwicklung maßgeblich beteiligt werden.