Ausschuss vertagt Beschluss Keine Entscheidung über Kunstrasenrichtlinie in Melle

Ob als neue Anlage oder später die Pflege: Kunstrasenplätze kosten Geld. Foto: Jörn MartensOb als neue Anlage oder später die Pflege: Kunstrasenplätze kosten Geld. Foto: Jörn Martens

Melle. Zwei Hürden sind genommen, die Dritte soll im November überwunden werden: Einhellig stimmte der Sportausschuss den Anträgen des SuS Buer und des SC Melle zu. Bei der Richtlinie zur Förderung von Kunstrasenplätzen gibt es allerdings noch jede Menge Gesprächsbedarf.

In welchem Umfang soll die Stadt den Bau von Kunstrasenplätzen fördern? Vor dem Hintergrund eines schon zwei Jahre alten Antrags des Ortsrates Gesmold in Verbindung mit dem Sportverein Viktoria Gesmold hatte die Verwaltung einen ersten Entwurf für eine städtische Förderrichtlinie erarbeitet. Demnach wolle die Stadt derartige Projekte mit 62,5 Prozent oder maximal 437000 Euro fördern: „Eine realistische Größenordnung“, betonte Erster Stadtrat Andreas Dreier. Er erläuterte dem Ausschuss die Grundlage für eine kommunale Finanzförderung, wobei als Basis ein Betrag von 700000 Euro für den Bau eines Kunstrasenplatzes dient.

Wie komplex das Thema letztlich ist und dass noch viele Fragen im Detail zu klären sind, zeigte sich im Verlauf der Sitzung, nachdem die Verwaltung einen überarbeiteten Entwurf vorgelegt hatte. Er sieht gegenüber der ursprünglichen Fassung etliche Änderungen im Detail vor. Und wie das so oft ist: Gerade an diesen Details schieden sich die Geister.

Somit fasste der Ausschuss am Ende keinen Beschluss über die Förderrichtlinie. Vielmehr soll zunächst eine Arbeitsgruppe den neuen Entwurf bearbeiten, ehe der Ausschuss am 26. November darüber endgültig entscheiden will. So bleibt immer noch genügend Zeit, um entsprechende Gelder in den Haushalt 2015 einzustellen.

Harald Kruse (CDU) kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der neue Entwurf eine maximale Förderhöhe von 300000 Euro vorsieht: „Daumenschrauben“, und „ein Verhinderungsvorschlag der SPD“, monierte Kruse: „Dass die Vereine zwei Fünftel der Kosten tragen sollen, funktioniert nicht.“

„Insgesamt ist die Richtlinie zu begrüßen, wenngleich noch Änderungen im Detail nötig sind“, meinte hingegen Peter Bungard (SPD), während Alfred Reehuis (Grüne) feststellte, dass Kunstrasenplätze gebaut werden können und sollen; dass sich die Fraktionen aber doch im Grundsatz über die Förderung einig seien.

„Das Signal sollte auf keinen Fall sein, dass wir auf Zeit spielen“, ergänzte Heinrich Thöle (FDP) mit Blick auf den Antrag aus Gesmold.

Gern nahm der Ausschuss die Anregung von Hans-Martin Oberschelp vom Sportdach auf, wonach eine Abfrage bei den Vereinen den Bedarf nach weiteren Kunstrasenplätzen ermitteln soll: „Ich begrüße die städtische Förderrichtlinie. Sie muss aber so hoch sein, dass die Vereine sich einen Kunstrasenplatz auch leisten können“, sagte Oberschelp.

Bis zur November-Sitzung soll nun der Arbeitskreis der überarbeiteten Richtlinie den „Feinschliff“ geben, ehe der Ausschuss darüber entscheiden wird. Gleichzeitig signalisierte der Ausschuss dem Sportverein Viktoria, dass sein Antrag auf Platz eins der Liste steht, sodass vorbehaltlich der finanziellen Mittel ein Baubeginn im nächsten Jahr realistisch ist.

Keinen großen Gesprächsbedarf gab es im Hinblick auf die schon länger vorliegenden Anträge des SuS Buer und des SC Melle . Der Forderung des SuS Buer, der die Umsetzung eines Entwicklungskonzeptes Beregnungsanlagen beantragt hatte, stimmte der Ausschuss ebenso einstimmig zu wie dem Wunsch des SC Melle zur Errichtung einer Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Lindath-Südwest.


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