Wolfgang Willmann erneut Niedersachsen-Meister Der schwerste Kürbis kommt wieder aus Melle

Von Norbert Wiegand

Mit seinem 340-Kilo-Kürbis brachte Wolfgang Willmann das schwerste Exemplar auf die Waage bei den Niedersächsischen Kürbis-Meisterschaften. Fotos: Norbert WiegandMit seinem 340-Kilo-Kürbis brachte Wolfgang Willmann das schwerste Exemplar auf die Waage bei den Niedersächsischen Kürbis-Meisterschaften. Fotos: Norbert Wiegand

Neuenkirchen. Bereits zum dritten Mal hintereinander wurde Wolfgang Willmann aus Neuenkirchen bei der offiziellen niedersächsischen Meisterschaft im Kürbiszüchten zum Sieger gekürt. Sein gelb-oranger Riese brachte in Börßum 340,1 Kilogramm auf die Waage.

Damit blieb der im Neuenkirchener Ortsteil Ostenfelde gewachsene Meisterkürbis weit hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Willmann hatte 2013 mit einem 446,6 Kilogramm schweren Kürbis den Meistertitel errungen. 2012 wog der Siegerkürbis gar 467,5 Kilogramm. Mit diesem immer noch bestehenden Niedersachsen-Rekord war erstmals der bis dahin amtierende Serien-Champion Rick Sanders übertrumpft worden, der seitdem nicht mehr antrat.

Auf dem zweiten Platz landete dieses Jahr erneut Sohn Daniel Willmann, der einen 315,2 Kilogramm schweren Kürbis unversehrt nach Börßum transportiert hatte. Der große Abstand zum Drittplatzierten (257,5 Kilo) zeigt, dass das Meller Vater-Sohn-Duo vorläufig in Niedersachsen keine Konkurrenz zu befürchten hat.

Aber wie ist der Rückgang von mehr als 100 Kilo beim diesjährigen Meisterkürbis gegenüber dem Vorjahr zu erklären? „Das war eine Wachstumsperiode mit Höhen und Tiefen“, blickt Wolfgang Willmann auf das Kürbisjahr zurück. „Es gab im ganzen Sommerhalbjahr zu wenig Sonnenschein, und in den ersten drei Augustwochen waren vor allem die Nächte so kühl, dass der tägliche Zuwachs bei den Kürbissen nur sehr gering ausfiel.“

„Außerdem konnten wir unseren größten und schwersten Kürbis, der 420 Kilo wog, gar nicht ins Rennen schicken“, erklärt Daniel Willmann. Denn wenige Tage vor der Entscheidung entdeckten die Ostenfelder Kürbiszüchter bei ihrem Favoriten ein kleines Loch in der Schale. Beschädigte Kürbisse dürfen nicht am Wettbewerb teilnehmen, auch wenn es sich um kleinste Risse oder Löcher handelt. Beim Aufschneiden der Riesenfrucht stellten die Willmanns fest, dass sich eine Maus Zugang zum Innenraum des Monstrums verschafft hatte, um dort die leckeren Kürbiskerne zu knabbern. „Aber unsere zweit- und drittgrößten Kürbisse haben ja glücklicherweise locker für die vordersten Plätze gereicht“, ist die Enttäuschung von Daniel Willmann nicht gar so groß.

„Es war angesichts der Witterung ein schwieriges Kürbisjahr, deshalb sollten die geringeren Gewichte der Siegerkürbisse nicht überbewertet werden“, erklärt Wolfgang Willmann. „Unser Ziel bleibt das Erreichen der 500-Kilo-Marke, die können wir in einem sonnigen Sommer mit genügend Niederschlägen erreichen.“

Inzwischen verwenden die Ostenfelder Kürbisgärtner ihre eigenen Samen, die sie immer vom dicksten Kürbis nehmen und für die Vorzucht im nächsten Frühjahr zurücklegen. Angefangen hatten sie mit Samen der amerikanischen Sorte „Atlantic Giant“. „Für richtig große Früchte ist vor allem eine optimale Bewässerung ausschlaggebend“, erläutert Daniel Willmann.

„Seitdem wir eine gleichmäßige Tropfbewässerung aus unserem extra angelegten Vorratsteich praktizieren, haben sich die Gewichte unserer Riesen-Früchte fast verdoppelt“, blickt er auf den „großen Sprung“ bei der Entwicklung der Ostenfelder Kürbiszucht vor einigen Jahren zurück.