Fledermäuse in der Disco Ex-Wasserbehälter in Melle als Fledermaus-Unterkunft

Von Michael Hengehold

Durch diesen schmalen Schlitz geht es rein und raus im Fledermaushaus: der ehemalige Wasserbehälter Klöntrupstraße in den Meller Bergen. Man beachte die braune Fledermaus, die den Eingang ziert. Foto: Michael HengeholdDurch diesen schmalen Schlitz geht es rein und raus im Fledermaushaus: der ehemalige Wasserbehälter Klöntrupstraße in den Meller Bergen. Man beachte die braune Fledermaus, die den Eingang ziert. Foto: Michael Hengehold

Melle. Der ehemalige Trinkwasser-Hochbehälter Klöntrupstraße ist jetzt offiziell ein Fledermaus-Haus. Durch einen schmalen Schlitz können die Tiere dort ein- und ausfliegen – wenn sie sich dort ansiedeln, was noch dauern kann.

Zwar suchten Fledermäuse bekannte Objekte zum Schwärmen schon ab Ende August/Anfang September auf, erläutert Regionalbetreuer Gerhard Mäscher aus Hasbergen, der die Meller Fledermaus-Unterkunft betreut. Allerdings handelt es sich bei dem alten Wasserbehälter eben nicht um ein Traditionsquartier, sondern ein neues.

Beim Schwärmen treffen sich Fledermäuse zum Informationsaustausch und zur Fortpflanzung – also aus ähnlichen Gründen, aus denen Menschen abends ausgehen. Ob die neue Fledermaus-Disco schon von den Adressaten entdeckt wurde, ist noch nicht bekannt. Mäscher will aber in Kürze eine sogenannte Horchkiste dort aufstellen, die Fledermaus-Kommunikation aufzeichnet.

Kunstrasen an der Wand

Ihr eigentliches Winterquartier nehmen die Tiere je nach Art zwischen Anfang November und Ende Dezember. Mäscher: „Die meisten kommen erst nach Weihnachten.“ Bevor diese Ansiedlungsphase beginnt, will der Regionalbeauftragte die Betonwände des Hochbehälters teilweise mit Kunstrasen bedecken. „Wir haben eine gewisse Halligkeit festgestellt, wissen aber gar nicht, ob die Fledermäuse das ebenso als nachteilig wahrnehmen wie wir Menschen.“

Das liege daran, dass es bislang kaum Erfahrungen mit dieser Art mit von Menschenhand geschaffenen Objekten für Fledermäuse gebe, die sich durch ihre Gleichförmigkeit etwa von alten Stollen unterscheiden. „Wir könnten natürlich erst einmal drei Jahre schauen, ob das gut geht, wollen aber das Risiko bei einem neuen Objekt lieber nicht eingehen.“ Der Kunstrasen – gesucht wurde ein Material, das nicht so schnell gammelt – soll an einigen Stellen aufgebracht werden: „Wir wollen da nicht tapezieren!“