Neubau kostet 66500 Taler Die Kirche in Wellingholzhausen im Lauf der Zeit


Wellingholzhausen. Heute zieht es uns nach Wellingholzhausen. Eine Grußkarte, die um 1900 entstanden ist, zeigt die St.-Bartholomäus-Kirche samt Innenansicht und eine Stadtansicht mit dem Beutling im Hintergrund.

Als Vergleichsbild habe ich mich für die Außenansicht der Kirche entschieden, die im Volksmund auch Grönenberger Dom genannt wird. Mit 60 Meter Höhe bestimmt sie bis heute das Bild des Ortskerns. Gebaut wurde sie zwischen 1856 und 1861 im neogotischen Stil. Der Baumeister Emil von Manger verlegte sie an den Rand der Kirchburg, deren Mittelpunkt sie ehemals war.

Die alte Kirche war zu klein geworden und wurde auf das Bestreben des damaligen Pfarrers Peter Paul Klein neu erbaut. Insgesamt dürfte es sich bereits um die vierte Kirche in Welling handeln. Der Bauunternehmer Georg Eustermann verwendete Sandstein, der auf der „Lieth“ bei Welling und vom „Hüls“ bei Hankenberge gebrochen wurde. 66500 Taler kostete der Neubau. (Weitere Informationen im Internet unter www.st-bartholomaeus-wellingholzhausen.de)

Häuser stark verändert

Die sich links und rechts an die „Pfarrkirche“, wie es auf der Karte heißt, anschließenden Häuser haben sich sehr verändert, vor allem beim rechten, das durch die Bäume nur schwer zu erkennen ist, ist der Fachwerk-Charakter völlig verloren gegangen. Beim rechten Haus ist die ursprüngliche Fassade noch auszumachen.

Der Zeichner hat sich nicht an die genauen Proportionen der Gebäude gehalten. Von seinem vermutlichen Standpunkt aus lässt sich der Westturm nicht so gut erkennen, wie auf seinem Bild. Die Bedeckung des Turms und der Strebepfeiler mit Kupfer, die auf der aktuellen Ansicht zu sehen ist, wurde 1954 vorgenommen. Das Kreuz auf der Ostseite findet sich auf beiden Bildern.

Auf der Postkarte bestimmt die Kirche auch die Gesamtansicht des Ortes. Im Hintergrund erhebt sich der Beutling mit seinem Turm. Dabei handelt es sich um den ersten Turm auf dem Berg vor der Haustür der Wellingholzhausener. Er wurde 1891 errichtet und hatte damals eine Höhe von zehn Metern.