Hobby-Winzer setzt auf Qualität Enttäuschende Weinernte in Riemsloh-Krukum

Von Norbert Wiegand


Riemsloh. In den Weinbaugebieten Süddeutschlands hat die Weinlese bereits begonnen, aber die Krukumer Hobby-Weingärtner lassen sich mit der Ernte noch Zeit.

„Wir wollen in diesem Jahr unser Augenmerk mehr auf die Qualität richten“, erklärt Künstler Peter Fischer-Blessin. Die Trauben sollen durch die Spätsommer- und Frühherbstsonne noch süßer werden, bevor sie dann Anfang oder Mitte Oktober gekeltert werden.

Dafür nehmen die Weinfreunde am Hagedornweg Verluste durch Wespen, Schlupfwespen, Fliegen und Vögel in Kauf, die sich in zunehmender Menge über die immer süßer werdenden Reben hermachen.

Erfahrungen sammeln

„Große Mengen Weintrauben können dieses Jahr ohnehin nicht geerntet werden“, blickt Fischer-Blessin auf die Vegetationszeit zurück. Bis Anfang August hatten sich seine weißen und roten Trauben ausgezeichnet entwickelt, und der Freizeit-Weingärtner freute sich schon auf einen ähnlich guten Ertrag wie im Vorjahr, der 100 Flaschen Weiß- und Rotwein eingebracht hatte. Dann wurden plötzlich in rasender Geschwindigkeit die Blätter der Weinpflanzen braun, und die noch unreifen Trauben schrumpelten. Innerhalb weniger Tage waren Mitte August fast alle Trauben der frei stehenden Rebstöcke abgefallen.

„Der feucht-warme Sommer mit fast täglichen Regenschauern sorgte für ständig nasse Blätter bei hohen Temperaturen, das waren ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten“ – diese Erkenntnis hatte der Krukumer Künstler leider erst, als es für Gegenmaßnahmen bereits zu spät war. „Wir müssen wohl noch dazulernen, Erfahrungen sammeln und richtig auswerten“, schlussfolgert er. „Bei anhaltender Nässe brauchen die Pflanzen offenbar mehr Luft und Licht, damit sie zwischendurch abtrocknen können.“

Lediglich die roten Trauben seines Weinfreundes und Nachbarn waren weniger betroffen. Da sie unter dem Dach einer Terrasse wachsen, haben sie keinen Regen abbekommen.

Auch die Reben unter dem östlichen Dachüberstand seines Wohnhauses sind zumindest teilweise ohne die Pilzkrankheit „Falscher Mehltau“ durch den nassen Sommer gekommen. So rechnen die Krukumer Weinfreunde dieses Jahr mit einem Ertrag von nur 20 bis 25 Flaschen Rotwein.

„Die Qualität könnte aber deutlich besser als im Vorjahr werden“, hofft der Hobby-Weingärtner aus der Nachbarschaft. Denn der bereits Mitte September geerntete Wein-Jahrgang 2013 hatte vor allem wegen des langen Winters davor nur eine sehr kurze Vegetationsperiode.

Das Ergebnis war eine zwar schmackhafte, aber etwas herbe Geschmacksnote mit norddeutschem Charakter. „Wir sind schon gespannt, wie sich unsere Geduld auf den Jahrgang 2014 auswirkt“, freuen sich die Weinfreunde auf den Wein, der den Namen „Krukumer Südterrasse“ erhalten soll.