Sportentwicklungsplan erstellt Erkenntnis: Melle mangelt es an Hallenbädern

Stellten den Sportentwicklungsplan für Melle vor: Michael Dieck (links) und Tim Schmidt-Weichmann (ISS). Bürgermeister Reinhard Scholz (Zweiter von links) und Mark Drescher (rechts) nahmen das Papier entgegen. Foto: Christina WiesmannStellten den Sportentwicklungsplan für Melle vor: Michael Dieck (links) und Tim Schmidt-Weichmann (ISS). Bürgermeister Reinhard Scholz (Zweiter von links) und Mark Drescher (rechts) nahmen das Papier entgegen. Foto: Christina Wiesmann

cew Melle. Auf den vermeintlich zukunftsweisenden Sportentwicklungsplan haben viele Meller gewartet. Nun ist er da. Am Mittwochabend stellten Mitarbeiter der Universität Erlangen-Nürnberg die Ergebnisse im Forum vor. Sie erklärten, wie aus verschiedenen Punkten grundlegende Ergebnisse entstanden und welche Faktoren in die Berechnung eingeflossen sind. Die Kosten: 47000 Euro.

Gespannt auf das Resultat waren die zahlreichen Vertreter aus Verwaltung, Politik und Vereinen. „Melle ist eine Stadt des Sports“, so Bürgermeister Reinhard Scholz, „vorhandene Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen sollen in die Zukunft integriert werden. Mit dem Sportentwicklungsplan haben wir einen Zwischenschritt erreicht.“

„Der Sportentwicklungsplan ist nur ein Puzzleteil der Stadtentwicklung“, betonte Tim Schmidt-Weichmann. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft und Sport an der Universität Erlangen-Nürnberg (ISS). Er erklärte weiter: „Die Ermittlung des Bedarfs wurde berechnet. Das Ergebnis ist eine ziemlich genaue Schätzung. Die Ergebnisse, die unter anderem in mehreren Workshops ermittelt wurden, haben wir in einem Maßnahmenkatalog festgehalten, der rund 80 Punkte enthält.“

Wie geht es nun weiter? Schmidt-Weichmann: „Das Thema ‚Kunstrasenplatz‘ ist natürlich aktuell, allerdings kein Thema des Sportentwicklungsplans.“ Verwunderte Gesichter bei den Zuhörern.

Keine konkreten Maßnahmen? Keine Prioritätenliste? Was beinhaltet der Sportentwicklungsplan denn überhaupt? „Ich habe noch gar keinen Überblick, kenne den Plan nicht im Detail“, stellte Oldendorfs Ortsbürgermeister Peter Bungard fest.

„Wir müssen eine Prioritätenliste für die nächsten Monate und Jahre erstellen“, erläuterte Mark Drescher von der Stadtverwaltung. „Das wird in der nächsten Sitzung des Sportausschusses am 23. September Thema sein.“

Der Sportentwicklungsplan hat sich mit dem Angebot vor Ort auseinandergesetzt und ist zusammenfassend zu folgenden Ergebnissen gekommen: Es gibt ein Defizit an Einzelsporthallen sowie einen Überschuss verschiedener Sportplatztypen. Außerdem liegt ein Überschuss an Freibädern vor, in denen einige Qualitätsverbesserungen empfehlenswert wären. Für den Punkt „Hallenbäder“ wurde ein Mangel errechnet. Mit dem Neubau des Hallenbades wird das Defizit verringert. Das ISS empfiehlt, die Auslastung und Nutzung der Sportstätten regelmäßig zu überprüfen und die Daten mit vorhandenen Ergebnissen zu vergleichen. Eine optimale Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der Stadtplanung ist sinnvoll, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Gemeinsam muss nun zuerst der Sportentwicklungsplan gedeutet werden, denn konkrete Maßnahmen für die einzelnen Stadtteile sind darin nicht erfasst. Auch die von vielen Anwesenden erwartete Prioritätenliste scheint nunmehr doch von der Stadt selbst erstellt werden zu müssen.