„Vom Leitbild zum Projekt“ Mehr als 100 Meller beim Bürger-Workshop

Thementische: Landfrauen im Gespräch mit Moderatorin Ulrike Bösemann. Foto: StadtThementische: Landfrauen im Gespräch mit Moderatorin Ulrike Bösemann. Foto: Stadt

Melle. Mehr als 100 Meller haben am Dienstagabend im Forum am Bürger-Workshop „Meller machen Zukunft: Vom Leitbild zum Projekt – ILEK macht’s möglich!“ teilgenommen.

„Das Ergebnis ist durchaus zufriedenstellend ausgefallen“, sagte Inge Bredemeier, bei der Stadt für ILEK zuständig. ILEK ist das Landesprogramm Integrierte Ländliches Entwicklungskonzept, an dem Melle sich beteiligen möchte. Dazu liefern die Ergebnisse der zwei vorher gegangenen Bürgerworkshops wichtige Beiträge.

„Diese große Zahl zeigt, dass Ihnen unsere Stadt am Herzen liegt“, sagte Bürgermeister Reinhard Scholz in seiner Begrüßungsansprache an die Teilnehmer gerichtet. In einer kurzen Rückschau erinnerte der Verwaltungschef daran, dass unter reger Beteiligung der Bevölkerung zunächst zwei Workshops stattfanden, aus deren Ergebnissen das inzwischen vom Rat der Stadt Melle verabschiedete Stadtleitbild entwickelt wurde. „Jetzt wollen wir versuchen, aus diesen hehren Worten Ziele und Maßnahmen abzuleiten – und ich lade Sie alle herzlich dazu ein, an diesem wichtigen Prozess mitzuwirken“, so Scholz weiterhin. Zur Verwirklichung des Leitbildes werden durch das ILEK Grundsätze definiert und konkrete Projekte benannt. So werden Leitbild- und ILEK-Prozess miteinander verzahnt.

Die Bürger konnten am Dienstagabend zu neun Themenschwerpunkten konkrete Vorschläge an den jeweiligen Stationen (plus eine zehnte für das ILEK) machen, an dem sie schon von einem Moderator erwartet wurden. Unter der Überschrift „Bildung“ lautete zum Beispiel ein Vorschlag, eine Außenstelle der Universität Osnabrück in Melle anzusiedeln. „Auflagen zur Industrieansiedlung in den Ortsteilen niedrig halten“ lautete eine Notiz zum Themenbereich „Wirtschaft, Handel, Finanzen“. Weitere Ideen sehen beispielsweise vor, seniorengerechte Spielplätze zu schaffen („Freizeit“), das Stadtarchiv stärker zu fördern („Kultur, Kunst, Geschichte). Andere Teilnehmer wünschen sich eine intensivere Berichterstattung in den Medien im Bereich Ehrenamt, Vereine und Verbände. Jugendliche könnten Senioren Computerunterricht erteilen, lautet ein Vorschlag unter der Überschrift „Soziale Stadt“. Internetplattformen, die über Angebote für Jugendliche informieren, ist ein Wunsch aus der Rubrik „Menschen in unserer Stadt“. Weiterhin wurden der Hochwasserschutz (Infrastruktur) genannt sowie der Wunsch geäußert die historischen Ortskerne zu erhalten, beispielsweise die Kirchhofsburg in Buer (attraktive Stadtentwicklung, Wohnen, Umwelt, Natur).

„Meller Herzblut“

Rolf Stein vom Institut Dr. Müller in Köln hielt zudem einen Rückblick auf den Leitbildprozess. Er würdigte das Engagement der Bürger und sprach von „Herzblut, mit dem sich die Meller in dieses Projekt einbrachten“. Nun gelte es, das Projekt mit Leben zu erfüllen.

Auch Friedrich Völler von der Geschäftsstelle Osnabrück des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems und Roland Stahn vom Planungsbüro Grontmij, (Bremen) betrachten das neue Stadtleitbild „als wichtige Vorarbeit für den ILEK-Prozess“. Der Bürger-Workshop werde somit „als eine doppelte Veranstaltung genutzt“, um eine gemeinsame Zielsetzung unter dem Motto „Meller machen Zukunft!“ zu verfolgen.

ILEK ist auf die Jahre 2014 bis 2020 angelegt. Innerhalb des Projekts sind bestimmte Förderinhalte festgelegt, zum Beispiel „Basisdienstleistungen“, „Breitband“, „Tourismus“ und vieles mehr. Ob zu diesen Bereichen noch vertiefende Betrachtungen erforderlich sind, damit will sich am Mittwoch die 30-köpfige Lenkungsgruppe befassen, in der gesellschaftlich relevante Gruppen vertreten sind – von den Ortsbürgermeistern über die Kirche und die Feuerwehren bis zu den Landfrauen. Zu einzelnen Themenbereichen könnten dann noch Arbeitsgruppen gebildet werden.


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