Willem Schulz im Interview Meller organisiert Kunstaktion mit 800 Mitwirkenden

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Foto: Michael HengeholdFoto: Michael Hengehold

Melle/Bielefeld. Am Sonntag soll am Bielefelder Obersee ein soziales Kunstwerk in Regie des Meller Künstlers Willem Schulz entstehen. 800 Menschen nehmen teil. Worum es dabei geht, erläutert Schulz im Interview.

Herr Schulz, was genau passiert am Sonntag?

800 Menschen aus 80 Vereinen und Gruppierungen werden für drei Stunden ein riesiges soziales Kunstwerk bilden. Sie versuchen, die Zusammenhänge, die Gruppierungen haben, die aus Leidenschaft etwas zusammen machen, erfahrbar zu machen. Da kreuzen die Sambatänzer den Schachclub, die Fallschirmspringer landen mitten unter den Tänzern und die Big Band spielt direkt hinter den Fußballern und nimmt mit ihrer Musik Einfluss auf die Dynamik des Spiels.

Dabei geht es auch um Schönheit, weil sie das Auge erfreut oder das Ohr, das Hirn oder den ganzen Körper. Zum Beispiel werden die Jogger ein verfremdendes Element einbringen, indem sie auch mal stoppen oder rückwärts laufen. Wir haben alle Gruppen aufgefordert, die Sache humorvoll oder auch experimentell anzugehen. Die letzten sieben Minuten werden dann alle Mitwirkenden in einen gemeinsamen Klang eingehen.

Wie ist die Idee entstanden?

Ich veranstalte alle zwei Jahre ein großes Festival in der Oetkerhalle in Bielefeld. Im letzten Jahr zum Thema „Schwärme“. Dazu waren auch Wissenschaftler eingeladen, weil wir dieses Phänomen, zusammen etwas zu gestalten, untersuchen wollten. Das ist der Hintergrund. Dann kam die Einladung zu 800 Jahren Bielefeld , in der Künstler aufgerufen wurden, Ideen einzubringen. Ich wollte die verschiedenartigen Gruppen zusammenbringen, denn sie sind es, die die Vitalität einer Stadt ausmachen und auch ihre Identität. Und dafür haben wir immerhin 800 Menschen begeistern können.

Sind auch Meller Gruppen beteiligt?

Nein, das sind alles Bielefelder Gruppen. Die Verbindung zu Melle ist, dass alles hier in der Wilden Rose vorbereitet wird. Daran arbeiten neun Leute seit einem Jahr. Dazu kommt eine Schar von Helfern. Übrigens: Dass das nun gerade auf den Weltfriedenstag der UNO fällt, ist Zufall, aber wir haben uns dem gern angeschlossen. Unsere Friedensbotschaft ist: Wir machen etwas zusammen.


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