Filigrane Häkelarbeiten Bueranerin Lisa Döpke handarbeitet aus Leidenschaft

Von Conny Rutsch

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In ihrem Handarbeitssessel fertigt Lisa Döpke Abend für Abend ihre Häkelarbeiten oder strickt schön gemusterte Socken für den Winter. Foto: Conny RutschIn ihrem Handarbeitssessel fertigt Lisa Döpke Abend für Abend ihre Häkelarbeiten oder strickt schön gemusterte Socken für den Winter. Foto: Conny Rutsch

Buer. In Spitze ist sie spitze. Lisa Döpke weiß ihre Zeit weitab von Internet und Smartphone sinnvoll zu nutzen. Selbst der Fernseher bleibt aus, wenn sie häkelt.

„Ich muss ja die Maschen zählen“, sagt sie. Und dann zieht sie eine Schublade ihres Schrankes auf und zeigt ihre Schätze: filigrane Häkelarbeiten rund um Batisttaschentücher, weiße Spitze um alte Leinentücher und Tischdecken. Meter um Meter hat sie in ihrem Leben gehäkelt und den Stoffen ihre ganz persönliche Note verliehen. Größere Häkelnadeln als die für die feinen Spitzen nutzt sie jetzt für Topflappen aller Art. „Auch Backofenhandschuhe habe ich gemacht“, erzählt Lisa Döpke ein ganz klein bisschen stolz.

Dass sie selbstverständlich ihre Kinder und auch Nachbarn mit selbst gestrickten Socken versorgt, versteht sich schon fast von selbst.

„Ich habe immer gehandarbeitet“, sagt sie, und es ist kaum zu glauben, dass sie gerade ihren 89. Geburtstag gefeiert hat. Sogar bis zu der Zeit, als eine ihrer Töchter schon in der Lehre war, hat sie ihr Röcke genäht. „In Osnabrück habe ich mir Stoffe oder auch Reste gekauft“, erzählt sie, „dann hatte ich für fünf Mark einen neuen Rock oder Hosen für den Sohn.“

Küsterdienst versehen

Wenn Lisa Döpke von ihren Handarbeiten erzählt, dann berichtet sie auch schon mal von ihrer Fußarbeit. Von 1959 an versah sie 27 Jahre lang den Küsterdienst in Buer . Das bedeutete, die Strecke von 164 Stufen hinauf bis zu den Glocken in den Bueraner Bleistift zu klettern, um über das Land zu schauen und dann mit dem Läuten zu beginnen, wenn sich ein Beerdigungszug von den umliegenden Bauernhöfen nach Buer aufmachte. „Aber das war noch zu der Zeit, als es das Gemeindehaus noch nicht gab“, sagt sie.

Da ist dann noch ein Schätzchen, das bestaunt werden will. Weiße Servietten, die mit einer Art löcherige Stickarbeit versehen sind. „Das ist Richelieu-Stickerei“, erklärt Lisa Döpke. Das Gewebe ist so fein, dass die Fäden nicht zu zählen sind. Und wie viele Stunden sie abends in ihrem Handarbeitssessel daran gesessen hat, weiß sie nicht zu sagen. Wunderschön sind ihre filigranen Stickarbeiten und zum Benutzen eigentlich viel zu schade.


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