Vandalismus bereitet Sorge Machtlos im Kampf gegen die Sprayer in Melle

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Melle. Das Dürrenberger Parkdeck verkommt zum Schandfleck mitten in der Innenstadt. Das obere Parkdeck ist noch in Ordnung. Das Untere jedoch präsentiert sich heruntergekommen und gammelig.

Schmierereien, so weit das Auge reicht: Auf der unteren Etage des Parkdecks gibt es keine Wand, die noch blank ist. Sogar die Stahltüren und Säulen sind besprüht und bemalt. Die Kritzeleien reichen von kindischen Strichmännchen über politische Antifa-Sprüche bis zu persönlichen Beleidigungen. Dazu kommen die stümperhaften Graffiti in grellen Farben. Von der ebenfalls bekritzelten Decke blättert der Putz. Es ist also nicht verwunderlich, dass dort nur wenige Autos parken.

Unheimlich

In den umliegenden Geschäften und Büros weiß man vom Zustand im Parkdeck. Eine Mitarbeiterin der gegenüberliegenden Apotheke gab unumwunden zu, dass sie dort auch nicht gerne parke. „Schon gar nicht abends“, sagt sie. „Das Parkdeck ist schlecht beleuchtet und irgendwie unheimlich.“

„Ein ganz schwieriges Thema, das Parkdeck“, gibt Tiefbauamtsleiter Thomas Große-Johannböcke zu. „Wir arbeiten hinterher.“ Die Sprayer seien nachtaktiv. Deshalb sei es so schwierig, sie zu erwischen. Und Kameras könne die Stadt auch nicht überall aufstellen.

Sorgen bereitet Große-Johannböcke auch der Vandalismus an Bushaltestellen in der Stadt. Da gehört das Besprühen und Bemalen der Häuschen schon zu den kleineren Problemen. Viel problematischer sind zerschlagene Scheiben oder zerstörte Sitzbänke. Auch Verkehrsschilder werden besprüht oder beklebt. „Das ist oft schwierig zu entfernen, weil sich die Beschichtung dann löst“, erklärt Große-Johannböcke. Meist müsse ein neues Schild angeschafft werden.

Über 10000 Euro

Für die Stadt ist das Entfernen von Graffiti und Reparieren der Bushaltestellenhäuschen teuer. Allein für das Ersetzen zerschlagener Scheiben müsse Melle jedes Jahr über 10000 Euro einkalkulieren, erklärt Harald Voß vom Tiefbauamt. Die Kosten für das Entfernen von Graffiti lasse sich laut Voß nicht genau beziffern, da häufig Mitarbeiter des Baubetriebsdienstes das Säubern der Wände und Scheiben übernehmen.

Da das bloße Abschrubben nicht ausreicht, um die Graffiti loszuwerden, hat die Stadt bereits eine Reinigung mit Trockeneis getestet. Allerdings ohne den gewünschten Erfolg. „Wenn die Farbe zu tief in die Oberfläche eingezogen ist, funktioniert das nicht“, berichtet Große-Johannböcke. Dann bleibt nur der Griff zu Farbe und Pinsel.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN