„Schlangen finde ich cool“ Meller Justus freut sich über eigenen Ausweis

Von Marita Kammeier

Unabhängig sind die Geschwister Hannah und Justus Jokisch mit dem eigenen Bibliotheksausweis. Foto: Marita KammeierUnabhängig sind die Geschwister Hannah und Justus Jokisch mit dem eigenen Bibliotheksausweis. Foto: Marita Kammeier

Melle. Mehr als 3700 regelmäßige Besucher der Stadtbibliothek besitzen einen Ausweis und nutzen ihn zum Ausleihen von Büchern und Medien. Uns ist das konzentriert lesende und zugleich entspannt wirkende Geschwisterpaar Hannah und Justus Jokisch aufgefallen.

Ganz vertieft in die Lektüre saßen die Jugendlichen in bequemen Sesseln mit Bücherstapeln auf dem kleinen Tisch im Bereich der spannenden Unterhaltung. „Wir gehen immer samstags in die Bücherei und auch zwischendurch, um neues Lesematerial zu holen“, erzählt Hannah, die mit ihrer Familie vor zwei Jahren von Borgloh nach Melle gezogen ist. „Unsere Mutter hat damals die Bibliothek entdeckt, und wir haben jeder einen Ausweis erhalten.“

„Dadurch sind wir unabhängig und können auch allein ohne die Familie losgehen, was wir regelmäßig machen“, ergänzt Justus. Der Zehnjährige hat sämtliche sieben Bände über „Harry Potter“ gelesen und beschäftigt sich jetzt mit den fünf von Rick Riordan geschriebenen Büchern über „Percy Jackson“.

Dabei gehe es um die Söhne der Götter, die zahlreiche Abenteuer erleben, informiert uns Justus und überlegt schon mal vorsorglich, was er denn wohl anschließend lesen kann.

Vielleicht Comics oder Tiergeschichten? „Schlangen und Kreuzgartenspinnen finde ich cool“, erzählt der Gymnasiast mit den Lieblingsfächern Mathe, Biologie, Musik, Religion und Sport. „Das Recherchieren über Martin Luther King hat mir gefallen.“ In seiner Freizeit spielt der Junge Klarinette und Fußball.

Hannah liebt Tierfilme, Bestseller, Fantasy- und Gruselgeschichten, Thriller, Comics und hat etliche der sieben Bände von Derek Landy „Skulduggery“ vor sich aufgebaut.

Dabei werden schöne Erinnerungen an die Ferienwoche auf dem Reiterhof im Emsland wach und Erlebnisse beim Klettern im Hochseilgarten. Die Zwölfjährige ist vielseitig interessiert, spielt Klavier, Theater und singt.

„Eine Bibliothek hatte ich mir anders vorgestellt mit hohen Bücherregalen und Stille. Doch hier ist es lebendig und offen für alle Generationen“, sagt Hannah im Rückblick auf den ersten Besuch.