Modellbau im Automuseum Aussteller von Leer bis München in Melle

Von Sigrid Sprengelmeyer

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Melle. Seitenschneider, Skalpell und gute Augen sind für dieses Hobby besonders wichtig. Am vergangenen Wochenende fand im Automuseum die 1. zivile Modellbauausstellung statt. Aussteller von Leer bis München zeigten ihre, in vielen tausend Stunden entstandenen, Plastikmodellautos.

„Nach dem Krieg 1946 produzierte die Firma Wicking in Buer Plastikmodellautos . Allein schon aus diesem historischen Grund war ich begeistert von der Idee, Modellbauer nach Melle ins Automuseum zu holen“, erklärte Heiner Rössler. Leidenschaft, Fingerspitzengefühl, Genauigkeit, Kreativität, aber auch das Stöbern in Zeitgeschichte zeichnen einen guten Modellbauer aus. Nicht das starre Halten an die Bauanleitung macht den Reiz aus, sondern das Verfeinern, Improvisieren und Ergänzen geben den Kick.

Originalgetreue Modelle

Nur so entstehen originalgetreue Modelle. Jürgen Dultmeyer erzählte: „In den 50ger und 60ger Jahren war die Armut groß und die Menschen wurden aus der Not heraus kreativ, halbierten ihr Auto und spannten ein Pferd davor. Da es so einen Bausatz nicht zu kaufen gibt, mussten wir ihn uns selbst aus vielen Teilen zusammenbauen.

Die Zeitgeschichte war uns dabei ein guter Helfer und Ratgeber“. Durch den Modellbau werden aber auch Träume erfüllt. Fehlt der Platz für die Liebhaberautos in Originalgröße, ist die Miniaturversion eine gute Alternative. Engbertus Backer aus Leer setzt seine ganze Leidenschaft in das Kreieren von lebendig wirkenden Dioramen, das sind 3D Plastikbilder mit selbstgebauten Modellen, die gekonnt in Szene gesetzt sind.

Beim Bau seiner Modelle greift er meist nicht auf vorgefertigte Bausätze zurück, sondern tüftelt und sucht nach Materialien, die ihn zum Ziel führen. „Wichtig ist es mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und Elemente zu finden die zu verbauen sich lohnen. Den Tank meines Tankaufliegers hab ich aus einem geviertelten Plastikrohr aus dem Baumarkt gefertigt. Und so bleiben die Ideen nicht aus und die Kreativität hat freien Lauf“, so Backer. Er experimentiert viel, um seinen Modellen einen, der gestalteten Szene entsprechenden, Flair zu geben. So versuchte Backer Rost auf Plastik zu erzeugen. Dafür mischte er zwei Komponenten, trug sie auf und nach 14 Tagen entstand ein echter Rostfilm.

Klaus Upmann, eigentlich Flugzeug- und Schiffsmodellbauer sagte:“ Man lernt Modellbau nur durch Modellbau“. An seinem mitgebrachten Alfa Romeo Spider mit einer Zagato Karosserie, zeigte er, wie filigran die Arbeiten an diesen Modellen sind. Das Alfa Romeo Modell verfügt über eine funktionierende Bremse und sein Rad hat annähernd 170 Speichen, die alle von Hand eingesetzt werden müssen. Marek Hötzelt vom Wettringer Modellbauforum hat seine Leidenschaft in dem Nachbau eines Le Zebre Type A3 gefunden. Nur nach Originalfotos und Originalplanskizzen baut er dieses Exemplar nach. Mit viel Liebe und Leidenschaft hält er die Geschichte dieses historischen Fahrzeuges in Bild und Wort fest, um es später zu veröffentlichen.

Zu guter Letzt weckte Stefan von Kisfeld die Kindheitserinnerungen unserer freien Mitarbeiterin, als ihr Blick auf das Modell des Aston Martin DB5 viel, dem Bond Fahrzeug aus dem Film Goldfinger. Dieses Fahrzeug besaß sie in einem Maßstab von 1:64 von der Firma Corgi. Mit dem integrierten Schleudersitz konnte eine kleine rote Figur aus dem Wagen geschleudert werden, die dann nach mehrfachen Betätigen des Sitzes im hohen Gras für immer verschwand.


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