Verkehrsbelastung war Thema Burstie Himmern: 50 Einwohner tagen auf Hof Meyer

Reichlich Diskussionsstoff gab es auf der Burstie zu Himmern. Foto: Martin LührmannReichlich Diskussionsstoff gab es auf der Burstie zu Himmern. Foto: Martin Lührmann

Wellingholzhausen. Einer alten Tradition folgend, haben sich mehr als 50 Einwohner der Altgemeinde Himmern zu einer Gemeindeversammlung im Backhaus auf dem Hof Meyer zu Himmern getroffen. Ziel sei es, neben der Geselligkeit auch eine Vielzahl die Gemeinde Himmern betreffende Themen zu erörtern, wie Hans Otto Welp in seiner Begrüßung deutlich machte. Der Ursprung dieser als Burstie bezeichneten Versammlung liegt lange zurück. Ursprünglich dienten diese Zusammenkünfte der Rechtsprechung.

„Tradition fortführen“

In Himmern wurden ausweislich der noch vorhandenen Protokolle in den Jahren 1871 bis 1944 Burstien auf dem Hof Hemker abgehalten. Im Jahr 1989 wurde diese Tradition wieder belebt und seitdem regelmäßig gepflegt. Welp gedachte in seiner Begrüßung auch dem unlängst verstorbenen Hans Haferkamp, der sich als „Urhimmeraner“ nachhaltig für die Wiederbelebung dieser alten Tradition eingesetzt hatte und bis zu seinem Tod als Motor und Ideengeber wirkte. „Wir werden diese Tradition in Hans’ Sinne fortführen“, versprach Welp.

Sabine Uhlen hatte Datenmaterial der letzten zwei Jahre gesammelt und stellte dieses in einem kurzen Rückblick dar. Freud und Leid – Feiern und Trauerfälle lagen dabei eng nebeneinander. Vorgestellt wurden von Martin Lührmann die Überlegungen zur 925-Jahr-Feier in Wellingholzhausen und dem Beitrag der Altgemeinden. Erinnert wurde dabei an das große Engagement bei der 900-Jahr-Feier im Jahr 1990.

Für das nächste Jahr ist während des Jubiläums eine Plakatausstellung am Himmeraner Eck mit Fotos aus und von Himmern geplant. Diese Ausstellung soll als Dauerausstellung über einen längeren Zeitraum Gelegenheit zum Besuch geben; für die Erstellung der Fotos werden Martin Lührmann und Hans-Jörg Haferkamp in den nächsten Monaten alle Familien in Himmern besuchen. Für den perfekten Zustand des sogenannten Himmeraner Ecks mit einer Infotafel, dem Mitteilungskasten sowie Ruhebänken der Uhlenberger Straße zeichne Josefa und Siegfried Schittko sowie Doris Haferkamp verantwortlich. Welp bedankte sich ausdrücklich für dieses ehrenamtliche Engagement.

In der sich anschließenden Diskussion wurde u. a. das Thema Verkehrsbelastung auf der L 94 (Wellingholzhausener Straße) aufgerufen. Wahrgenommen wurde dabei eine insgesamt stetig zunehmende Verkehrsbelastung, insbesondere durch den Schwerlastverkehr. Der überregionale Lkw-Verkehr, der die Strecke über den Rechenberg als willkommene Abkürzung auf dem Weg von oder zur A 30 nutzt, spiele dabei eine wesentliche Rolle. Hier sollte seitens der Verantwortlichen auf die Nutzung der überregionalen Verkehrswege, namentlich der Autobahnen, z.B. über das Südkreuz Osnabrück gedrungen werden.

Fehlender Lückenschluss

Der fehlende Lückenschluss beim Radweg zwischen Himmern und der Wiedebrocksheide wurden ebenfalls thematisiert. Nachdem sowohl von Melle als auch von Wellingholzhausen entsprechende Teilstücke bereits seit Jahren vorhanden sind, fehlen lediglich noch 3,5 Kilometer. Seit Jahrzehnten werde dieses Anliegen verfolgt, leider ohne Erfolg.

Einvernehmen bestand bei allen Diskussionspartnern, beide Themen den verantwortlichen Politikern zuzuleiten. Heiner Niederniehaus als stellvertretender Ortsbürgermeister zeigte sich interessiert und versprach, die Wünsche weiterzuleiten. Welp bedankte sich zum Abschluss bei allen Anwesenden; besonders bei der Familie Meyer zu Himmern und verband dies mit dem Wunsch, auch zukünftig auf ihrem Hof tagen zu können.