Posaunenchor feierte ein Wochenende lang sein Jubiläum Das klingende Herz Neuenkirchens

Von Petra Ropers


Neuenkirchen. Seit 130 Jahren bildet er das klingende Herzstück Neuenkirchens: Mit einem ganzen Festwochenende feierte der Posaunenchor der Christophorus-Kirchengemeinde sein Jubiläum. Als musikalische Gäste begeisterten bereits am Samstag die fünf Musiker von Harmonic Brass in einem eindrucksvollen Streifzug durch die Musikliteratur.

„Große Gefühle, brillant inszeniert und humorvoll kommentiert“, würdigte Ortsbürgermeister Volker Theo Eggeling das hochkarätige Musikvergnügen, dem für die Neuenkirchener Bläser ein Workshop mit dem Münchener Ensemble vorausging. Die Gratulationen des Ortsbürgermeisters galten im Namen aller Neuenkirchener Bürger dem Jubiläumschor: Musik zum Lobe Gottes und den Menschen zur Freude sei dessen musikalischer Leitgedanke.

„Der Posaunenchor spricht eine Sprache, die jenseits des gesprochenen Wortes von allen verstanden wird“, freute sich Eggeling über die Bläserarbeit, die das kirchliche und auch das gesellschaftliche Leben im Stadtteil in vielfältiger Weise bereichert. „Die Menschen werden durch eure Musik berührt und bis ins Innerste ergriffen“, würdigte auch Pastorin Daniela Uhrhan-Holzmüller die Leistung des Posaunenchores, dessen Klang aus der Gemeinde nicht wegzudenken sei. Dabei liegt seiner Gründung eigentlich ein dramatisches Ereignis zugrunde.

Denn nach dem großen Brand, der 1883 weite Teile von Neuenkirchen und auch die alte Kirche vernichtete, mussten die Gottesdienste zunächst unter freiem Himmel abgehalten werden. Für die musikalische Begleitung sorgten zunächst Bläser aus Wallenbrück, bevor sich im Folgejahr in Neuenkirchen ein eigener Posaunenchor gründete. Seither wuchs das Ensemble zu einem der größten Posaunenchöre in der Landeskirche heran. Und nicht nur Pastorin Uhrhan-Holzmüller schätzt sein musikalisches Engagement: „Dieser Chor ist ein Kleinod in der Gemeinde!“

Davon überzeugte der Posaunenchor auch im Festgottesdienst, den die Bläser gemeinsam mit Harmonic Brass klangvoll ausgestalteten. Mit dem „Marche du Sacre“ empfahlen sie sich dabei gleich zum Auftakt als eindrucksvoller Klangkörper. In strahlender Klangfülle präsentierten die vereinten Ensembles das kraftvolle „Splender of Brass“. Effektvoll verwandelten sie den bekannten Choral „Welch ein Freund ist unser Jesus“ in ein Gotteslob von mitreißendem Schwung.

Vollendete Virtuosität

Mit vollendeter Virtuosität in furiosen Läufen und mit gefühlvollem Ausdruck im weich geblasenem Mittelteil begeisterte unterdessen Harmonic Brass, bevor der Posaunenchor seine langjährigen Bläser auszeichnete.

Zu ihnen zählen seit zehn Jahren Kathrin, Max und Florian Möntmann sowie Jonas Allerdissen. Seit 30 Jahren greift Frank Schirner im Jubiläumschor zu seinem Instrument. Gratulationen für 40 aktive Jahre nahmen Bärbel Eenhuis und Sabine Nieragden entgegen. Ein besonderer Dank galt unterdessen im Rahmen des Festgottesdienstes Horst Bruning. Für 40 Jahren übernahm er die musikalische Leitung des Posaunenchores. Und noch heute widmet er sich mit Engagement den Jungbläsern.

Den Taktstock haben des „großen“ Chores inzwischen Christoph Horstmann und Ingolf Klockmann übernommen. Unter ihrer Federführung griffen die Bläser nach dem Festgottesdienst erneut zu ihren Instrumenten: Bei Kaffee, Kuchen, Musik und Würstchen feierten sie mit der Gemeinde noch in den Nachmittag hinein.