Gegensätzliche Kunstwelten Gut Ostenwalde: Ausstellung zweier Künstlerinnen

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Oldendorf. Eine Gemeinschaftsausstellung, bei der sich kaum Gemeinsamkeiten der beiden Künstlerinnen feststellen lassen, ist am Sonntag vom Meller Verein zur Förderung von Kunst und Kultur in der Orangerie des Gutes Ostenwalde eröffnet worden.

Die Künstlerin Ulrike Emmanouilidis aus Bünde präsentiert Gemälde mit vielfältigen Formen und Farbflächen, die wie fröhliche, positive, bunte und freie Spielwiesen für allerlei Assoziationen erscheinen. Ihre Werke wirken wie abstrakte Landschaften, geometrische Skizzen oder technische Anleitungen, allerdings schwer lesbar und abstrakt. Auch bei längerer Betrachtung lässt sich trotz eines anderen ersten Eindruckes keine Auflösung finden. Selbst ein Sammelsurium von Buchstaben erweist sich zuletzt als unlösbares Rätsel. Die schiefen geometrischen Konstruktionen und Konzeptionen bleiben ohne Aussage, ohne vordergründig erkennbaren Sinn.

Einen geradezu gegensätzlichen Ausdruck haben die Installationen aus Papier der Detmolderin Christine Brand, die bereits in der Essener Zeche Zollverein und im Museum Marta in Herford ausgestellt hat. Ihre teils bizarr gestaltete Papierobjekte haben klare Aussagen zu den Themenbereichen Umwelt, Natur und Politik.

Filigrane Gespinste

So werden tief-schwarze Papierschalen zu Stahlhelmen aus der Nazi-Zeit. Bei einer anderen Installation machen große weiße Schalen auf die schwere Arbeit afrikanischer Frauen aufmerksam, die auf ihren Köpfen schwere Lasten transportieren müssen.

Weitere interessante Objekte mit Interpretationsspielraum sind ein Lesetisch mit verstaubten Büchern und Brillen ohne Durchsicht sowie Buchobjekte. „Wachstum“ heißt eine 20-Schalen-Installation mit innen liegenden Wachsblöcken. Dieses Werk soll – im doppelten Wortsinn – einerseits an Bienenwachs, andererseits an das Wachstum von Pflanzen und Lebewesen erinnern.

Die filigranen und teils transparenten Gespinste in Grautönen hätten zuweilen gesellschaftskritische und politische Botschaften ganz im Sinne von Joseph Beuys, erklärte Anja Emmanouilidis, die Schwägerin der Bünder Künstlerin, in ihrer Einführungsansprache. Diese Aussagen sind „Konkretionen“, während die Bildwelten von Emmanouilidis „Konzeptionen“ sind. Entsprechend heißt die Ausstellung „Konkretion und Konzeption“.

Die mehr als 50 Gäste der Ausstellung hatte zuvor Barbara Manke, Vorsitzende des Kunstvereins, in der Orangerie begrüßt. Mit der Doppelausstellung werde die Herbstsaison eröffnet, es handele es sich aber um die letzte Ausstellung im Sommerhalbjahr. Die Gemälde von Ulrike Emmanouilidis und die Papier-Installationen von Christine Brand sind noch bis zum 12. Oktober zu sehen.

Geöffnet ist die Orangerie in Ostenwalde samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr.


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