Festakt mit Gottesdienst 350-Jahr-Feier auf Schloss Gesmold

Von Marita Kammeier

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Die Familie vor dem Schloss: Hans-Adam und Henriette Freiherr und Freifrau von Hammerstein mit den Söhnen Philipp, Caspar, Carl und Wilhelm (von links). Foto: Marita KammeierDie Familie vor dem Schloss: Hans-Adam und Henriette Freiherr und Freifrau von Hammerstein mit den Söhnen Philipp, Caspar, Carl und Wilhelm (von links). Foto: Marita Kammeier

Gesmold. 350 Jahre ist Schloss Gesmold im Besitz der Freiherrn von Hammerstein, und ebenso lange hat die evangelische Familie das Patronat für die katholische Gemeinde. Eine seltene Konstellation, die beim Festakt am Sonntag gebührend gewürdigt wurde. Vorher hatte die Familie zu einem ökumenischen Festgottesdienst in der Patronatskirche Sankt Petrus in Vinouli eingeladen.

Eine illustre Gästeschar nahm an den Feierlichkeiten teil. Für die logistische Versorgung des gemütlichen Beisammenseins mit musikalischen Einlagen und Reitervorführungen sorgte die Gesmolder Pfadfindergruppe.

Jahr 1664 ein Meilenstein

„Die Familie ist eine Mannschaft“, betonte der Schlossherr Hans-Adam Freiherr von Hammerstein in seiner Festrede mit geschichtlichem Rückblick auf das Jahr 1664. Das sei ein Meilenstein mit prägender Rolle für das kleine Dorf in Norddeutschland gewesen, das etliche Jahre evangelisch war, denn in diesem Jahr fand der bedeutsame Gütertausch statt.

Der Fürstbischof von Osnabrück, Ernst-August I, überließ damals seinem persönlichen Freund und Hofmarschall Georg-Christoph von Hammerstein das bischöfliche Tafelgut Gesmold im Tausch gegen die Güter Scheventorf und Schleppenburg. Georg-Christoph und seine Nachfolger erweiterten die Schlossanlage zu einer kleinen, aber beeindruckenden Residenz mit Orangenhaus, mehreren Parterres und Belvedere, einem großen Irrgarten und Tierpark.

Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg hatte die Familie von Hammerstein den protestantischen Glauben angenommen. Als sie dann in den Besitz von Gesmold gelangte, war damit auch das Patronat über diese Kirche verbunden. Zuvor war jedoch festgelegt worden, dass die Gesmolder weiterhin zur katholischen Kirche gehören sollten.

Jahrhunderte überdauert

„Sowohl das Patronat wie auch die Schlossanlage in Gesmold mit den Hammersteinen haben dreieinhalb Jahrhunderte überdauert“, führte der Gastgeber aus. In dieser Zeit habe es Kriege, Aufstände, Hungersnöte, schwere Krankheiten, Wirtschaftskrisen, Stürme und Plünderungen gegeben.

Von Gesmold aus zogen viele weichende Erben, Söhne und Töchter in die Welt hinaus. Einige wurden Generäle, hohe Offiziere, Minister, Abgeordnete oder Klosterdamen. Sie wanderten in die USA oder Kanada aus, wurden Priester bei den Jesuiten, Seeleute oder Fremdenlegionäre.

In den zahlreichen Grußworten zum Jubiläum kam immer wieder die enge Verbundenheit der Schlossbesitzer mit dem Ort und der Kirchengemeinde zum Ausdruck. „Es war ein Geben und Nehmen“, betonte der Bundestagsabgeordnete André Berghegger. „Gesmold liegt an strategisch günstiger Position im Sumpfgebiet.“

Traubeneiche als Geschenk

Ortsbürgermeister Michael Weßler hob das Engagement der Familie von Hammerstein für die Allgemeinheit hervor und erinnerte an den gehegten und gepflegten Lohwald. Das Geschenk des Ortsrates Gesmold, eine Traubeneiche, die ab Mitte November gepflanzt werden soll, überreichte Weßler mit den Worten: „Die kann tausend Jahre alt werden.“


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