Eröffnung mit Christian Grond Wellen, Schachbrett und ein bisschen Erotik in Melle

Von Conny Rutsch

Figuren und geometrische Figuren auf großformatigen bunten Bildern präsentiert der Meller Künstler Gwydion zur Zeit in der Alten Posthalterei. Fotos: Conny RutschFiguren und geometrische Figuren auf großformatigen bunten Bildern präsentiert der Meller Künstler Gwydion zur Zeit in der Alten Posthalterei. Fotos: Conny Rutsch

Melle. Wellen sind es, die Gwydion interessieren. Aus ihnen lässt der Meller Künstler, der mit bürgerlichem Namen Christian Grond heißt, Figuren und Formen enstehen. Die Ausstellung seiner großformatigen und bunten Bilder wurde am Freitagnachmittag in der Alten Posthalterei eröffnet.

Dekorativ sind sie auch ohne über die Philosophie zu wissen, die Gwydion hinter ihnen versteckt. „Über seine Gestaltungselemente möchte der Künstler mit dem Betrachter in einen Dialog treten“, sagte Ursula Thöle-Ehlhardt in ihrer Werkbetrachtung. „Es entstehen Irritationen, Provokationen und Fragen“, ermutigte sie die Besucher der Vernissage, sich auf eine Kommunikation mit den Bildern und dem Künstler einzulassen. Und der war gerne bereit, seine Bilder zu erläutern.

„Aus Wellen besteht die Welt, das Leben“, erklärte der studierte Biologe. Mit seinen Bildern möchte er den Spagat zwischen Dynamik und Ruhe, zwischen Gefühlen und Naturwissenschaft erreichen. Kurven und Linien, Wellen eben, lassen den Blick über die Bilder wandern. Aber immer gibt es auch Orte, an denen die Augen verweilen können.

Da sind sinnliche Frauengestalten, die den erotischen Aspekt seiner Kunst vermitteln, aber auch gleichzeitig eine philosophische und gewissermaßen mathematische Ansicht ermöglichen. Schachbrettmuster bringen das Exakte in die kurvenreichen Formen seiner Bilder. „Ich bin auch Musiker, höre Musik beim Malen, die mich zu den Formen und Farben inspiriert“, sagt Gwydion. Er malt mit Acrylfarben, knallbunt auf dezenter Farbgebung der Leinwand. Am Ende lackiert er die Bilder. „Dann kommen die unterschiedlichen Farblagen richtig zur Geltung“, erklärt er.

Auch die Mythologie inspiriert ihn. Sein Künstlername „Gwydion“ ist der eines Zauberers aus der keltischen Mythologie von Wales. Eine Göttin, die das Feuer in einer Fackel und gleichzeitig ein rationales Element über ihrem Kopf trägt, ist entstanden aus Wellen und Bögen und lädt wie alle Bilder dazu ein, einen Spaziergang durch Farben und Formen zu machen.

Oft steht die Skizze am Beginn der Arbeit des Künstlers. Es entstehen auf Anregung seiner Kinder bunte Quallen oder ein ironisch verfremdeter Fußballspieler.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Christina Tiemann eröffnete die Ausstellung, die das Amt für Stadtmarketing, Kultur und Tourismus organisiert hat.

Musikalisch sehr passend umrahmte der Jazzgitarrist Andreas Schmidt vom „Schmitterling-Tonstudio Melle“ die Vernissage mit den Bildern, die eben auch einfach nur dekorativ wirken.

Die Ausstellung „The origin of waves“ ist bis zum 5. Oktober in der Alten Posthalterei zu sehen.

Öffnungszeiten: mittwochs bis samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11.15 bis 18 Uhr.