Meller Firma wird 100 Jahre In der Waschküche startete die Produktion

Von Marita Kammeier

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Melle. Es war im Jahr 1914: Die Geschäfte zur Fertigung von Ofenrohrteilen liefen gut, der Markenname NEUERO war in das Handelsregister eingetragen, und eine wechselvolle Unternehmensgeschichte mit zahlreichen Höhen und Tiefen nahm ihren Lauf.

Das war für die Gesellschafter und Geschäftsführer 100 Jahre später Anlass genug für ein rauschendes Fest, bei dem die inzwischen auf vier Unternehmen verteilte Belegschaft erstmals gemeinsam feierte. Viele der 230 Mitarbeiter lernten sich an diesem Abend kennen und hörten die bewegenden Fakten und Erzählungen aus den Gründungsjahren zum ersten Mal.

Mut wird belohnt

Zwei mutige 19-Jährige aus Neuenkirchen fuhren im Jahr 1909 nach Bielefeld, um dort mit dem vom Vater geliehenen Geld eine gebrauchte Maschine für die Fertigung von Rohrteilen und Rosetten zu kaufen. In der Waschküche des Elternhauses starteten der Landwirt Carl Lemmerbrock und der Klempner Willy Engelbrecht anschließend mit der Produktion.

Das Ziel der jungen Inhaber war es, den Bauern die schweren Arbeiten durch Rohre, Geräte und landwirtschaftliche Maschinen zu erleichtern. Das Geschäft expandierte und der Umzug in eine größere Halle erfolgte. Im Frühjahr des Jahres 1914 gründete das inzwischen eingespielte Team die Firma Maschinenfabrik Engelbrecht & Lemmerbrock OHG. Auf der Suche nach einem Namen verknüpften die Jungunternehmer den Ortsnamen Neuenkirchen mit dem Produkt Rosette oder Rohr, und so entstand „NEUE-RO“ .

Im folgenden Jahrhundert wechselten Expansionen mit Umsatzrückgängen, die Insolvenz mit der Neugründung. Die Mechanisierung der Landwirtschaft mit großem Bedarf an Gebläsetypen erforderte Steigerungen der Produktion. „In den 70er-Jahren beschäftigte das Unternehmen 1300 Mitarbeiter und war nach dem Volkswagenwerk der zweitgrößte Stahlabnehmer in Niedersachsen“, erzählte Heinz Hemmen, geschäftsführender Gesellschafter der NEURO Farm- & Fördertechnik in Buer.

Es waren Mitarbeiter, die im Jahr 1988 zusammensaßen und sich Gedanken über die Zukunft des insolventen Unternehmens machten. Heinz Hemmen hatte im Geschäftsfeld Landmaschinen begonnen, Bernhard Uhlen kümmerte sich um Flugzeuge und Wartungsanlagen für Eisenbahnen, während Tomas Kisslinger, der Sohn des brasilianischen Partners, mit der Produktion und dem Vertrieb von Schiffsbe- und Entladetechnik startete.

Zu den drei Unternehmen unter einem Namen, die sich aber nie in die Quere kamen, gehört seit 2006 eine Zuliefererfirma für Anlagen- und Maschinenbau. Der Gesamtumsatz der Gruppe an den Standorten Melle und Buer beträgt jährlich etwa 77 Millionen Euro.

Heute werden etwa zehn Sprachen im Unternehmen gesprochen, denn die Kunden sind weltweit verstreut. Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte ist ein gemeinsames Großprojekt in Ägypten, bei dem jedes Unternehmen seine Kernkompetenzen einbringt.


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