Ortsrat gegen Parkzeit-Begrenzung „Knöllchen“ sorgen in Neuenkirchen für Unmut

Von Norbert Wiegand

Die Gründe für die Parkzeit-Begrenzung in St. Annen gibt es schon lange nicht mehr. Aber „Knöllchen“ werden trotzdem noch verteilt. Foto: Norbert WiegandDie Gründe für die Parkzeit-Begrenzung in St. Annen gibt es schon lange nicht mehr. Aber „Knöllchen“ werden trotzdem noch verteilt. Foto: Norbert Wiegand

Neuenkirchen. Im beschaulichen St. Annen wurden wegen einer uralten Parkzeit-Begrenzung auf einem Parkstreifen „Knöllchen“ verteilt. Darauf reagierten die Neuenkirchener Ortsratsmitglieder am Donnerstagabend mit Verwunderung und Unverständnis.

Schwerpunkte in der Sitzung waren die Änderung des Bebauungsplanes „Fredemanns Hof“ und der Zustand der Küche im Schiplager Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“.

Eine neue Spülmaschine für die „Alte Schule“ beantragte Ortsratsmitglied Roswitha Bockstette (SPD). Darüber hinaus erläuterte sie die Probleme, die die Vereine in Schiplage-St. Annen bei Veranstaltungen mit dem teils maroden Zustand der Küche im sogenannten Dorfgemeinschaftshaus haben. „Eine solche Situation entsteht, wenn es keinen Verantwortlichen gibt“, ging Karl-Heinz Gerling (CDU) auf die Ursachen des Verfalls ein.

„Das klingt eher nach einer dringend notwendigen Renovierung der Küche“, meinte Alfred Reehuis (Grüne). Der stellvertretende Ortsbürgermeister bezweifelte aber den Sinn der Anschaffung einer Industrie-Spülmaschine für 2500 Euro: „Angesichts nicht so häufiger Nutzungen lohnt sich eine solche Investition aus unseren bescheidenen Mitteln nicht.“ In dieser Richtung argumentierte auch Karl-Heinz Gerling (CDU): „Spülen mit der Hand soll ganz kommunikativ sein.“

Sensibles Thema

Die weitere Beratung dieses offenbar sensiblen Themas „Veranstaltungsraum in der Schule Schiplage“ wurde auf Vorschlag von Jochen Kemming (SPD und zugleich Vorsitzender des Schiplager Bürgervereins) in die nicht -öffentliche Sitzung verlegt. Auch die Themen „Baulandentwicklung“ und „Festplatz“ wurden wegen Grundstücksangelegenheiten kurzfristig in den nicht öffentlichen Teil der Sitzung verschoben.

Die Änderung des Bebauungsplanes für das Wohngebiet „Fredemanns Hof“, die von Bauamtsmitarbeiterin Sabrina Seegers erläutert wurde, fand bei einer Enthaltung (Karl-Heinz Gerling, CDU) die Zustimmung der anderen zwölf Ortsratsmitglieder. Die ehemals charakterbildenden Strukturen der Hofanlage seien angesichts umgebrochener Bäume nicht mehr zu erkennen, hatte Heiko Bösemann (Grüne) die Bebauungsplan-Änderung unterstützt. Bärbel Meier (SPD) sprach von einer „sinnvollen Nachverdichtung“ eines bestehenden Wohngebietes.

Alfred Reehuis (Grüne) wies auf den sich bereits in den Straßenraum ausdehnenden Wildwuchs hin. Es werde allerdings schwierig, eine neue Ausgleichsfläche für die Überbauung der bisherigen Ausgleichsfläche zu finden. „Es ist auch eine Bebauungs-Variante denkbar, die den ökologischen Ausgleichs-Charakter erhält“, warb Ortsbürgermeister Volker-Theo Eggeling (SPD) dafür, Gespräche mit den bereits vorhandenen Interessenten abzuwarten. Der vorgelegte Aufstellungsbeschluss lege ja noch keinerlei Einzelheiten fest.

Einstimmig forderte der Ortsrat mit 13 Ja-Stimmen die sofortige Entfernung jeglicher Parkzeit-Begrenzung am Parkstreifen für sieben Pkw an der Straße „Zur Howe“ in St. Annen. Die dortige Höchstparkdauer von drei Stunden sei vor 30 Jahren für die Kunden einer längst nicht mehr existierenden Gaststätte und eines ebenfalls geschlossenen Friseurgeschäftes eingeführt worden, erklärte Manuel Schmidt (CDU). „Wenn Anwohner auf der Straße parken müssen, wird es dort zu eng für landwirtschaftliche Fahrzeuge.“

„Das Schild hat längst keinen Sinn mehr“, ergänzte Jochen Kemming (SPD), der außerdem darauf hinwies, dass dort bereits „Knöllchen“ verteilt wurden. Dass sich Kontrolleure von Melle aus auf den Weg nach St. Annen machen, sorgte bei Karl-Heinz Gerling (CDU) für ungläubiges Staunen. „An solchen Stellen ist überhaupt keine Parkregelung nötig“, meinte Alfred Reehuis (Grüne).