Ruth Föst schweißt Skulpturen Knallroter Balloon-Dog aus Hufeisen steht in Riemsloh


Riemsloh. Seit einigen Wochen haben Ruth und Bernhard Föst einen neuen Blickfang in ihrem Garten - einen Balloon-Dog. Anders als der Name erwarten lässt, besteht keine Gefahr, dass er wegfliegt. Ruth Föst hat ihn aus 400 Hufeisen geschweißt.

Über 100 Kilogramm bringt der Hund, der aussieht, als sei er aus einem Luftballon geknotet, auf die Waage. „In der Verzinkerei musste er mit einem Gabelstapler transportiert werden. Die anderen Kunden machten ganz große Augen“, schmunzelt Bernhard Föst. Denn diese besondere Skulptur ließ seine Frau verzinken und pulverbeschichten, damit sie nicht verrostet und in einem tollen Rot glänzt. „Ich habe den Original Balloon-Dog von Jeff Koons in der Zeitung gesehen, als er für 43 Millionen Euro versteigert wurde und dachte mir: ‚Den mache ich auch‘“, erzählt die begeisterte Hobby-Schweißerin. Dabei wusste sie die genauen Ausmaße des Originals nicht; diese werden immer mit der „Größe eines Autos“ angegeben.

Hufschmiede sammeln

Sie hat mit dem Körper angefangen und „dann mussten die Proportionen stimmen“. So waren die Beine erst zu kurz und Ruth Föst musste sie wieder entfernen. 400 Hufeisen hat sie im Balloon-Dog verschweißt und der Form entsprechend gebogen. Übung hat sie darin seit ungefähr vier Jahren.

Die Eheleute Föst sind seit circa zehn Jahren Westernreiter. Wenn der Hufschmid bei ihren Pferden ist, bleiben immer Hufeisen übrig. „Da muss man doch was mit machen“, überlegte sich Ruth Föst. Ihr Mann hatte die erste Idee, er stellte aus den Eisen Namen für die Pferdeboxen her. Das Interesse seiner Frau war geweckt.

Sie besorgte sich ein günstiges Schweißgerät in einem Discounter, um erst einmal zu sehen, ob ihr das Schweißen überhaupt Spaß macht. Dann versuchte sie sich an einfachen Formen. Das erste Objekt war ein Würfel, der sich zur Übung sehr eignete. Alle vier Seiten sind gleich, doch durch die unterschiedlichen Größen der Eisen entstehen verschiedene Muster. Im Laufe der Zeit wurden die Formen anspruchsvoller - Kugeln und Herzen entstanden. Ruth Föst lernte, wie und an welchen Punkten sie die Eisen verschweißen und verbiegen muss. Sie biegt die Eisen grundsätzlich im kalten Zustand.

Voraussetzung für ihr Hobby ist natürlich, dass sie genügend Hufeisen hat. Zwei Hufschmiede sammeln für sie, trotzdem gibt es Zeiten, in denen sie keine zur Verfügung hat. Außerdem ist Ruth Föst vom Wetter abhängig. Sie arbeitet draußen, hat keine Werkstatt, in die sie sich bei Regen zurückziehen könnte und auch im Winter ruhen die Skulpturen. „Ich schweiße immer noch mit meinem billigen Gerät und suche einfach Entspannung und Spaß“, darum machen ihr Leerlaufzeiten auch nichts aus.