Knappe Budgets Neuenkirchen: Gemeinde sorgt sich um Jugendarbeit

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Werben für Unterstützer ihrer Jugendarbeit: (v.l.) Katharina Haupt, Timo Lehnert und Barbara Stefan von der evangelischen Christophorus-Gemeinde. Foto: Kirsten MuckWerben für Unterstützer ihrer Jugendarbeit: (v.l.) Katharina Haupt, Timo Lehnert und Barbara Stefan von der evangelischen Christophorus-Gemeinde. Foto: Kirsten Muck

Neuenkirchen. Steht es um die Jugendarbeit in der evangelischen Christophorus-Gemeinde wirklich so schlecht? Die Jugendlichen meinen: ja, und klappern in kleinen Gruppen die Nachbarschaften ab, um Unterstützer für ihre Arbeit zu finden und Spenden einzuwerben.

Hintergrund der Aktion ist die Sorge, die Jugendreferentenstelle – eine 400-Euro-Stelle – könne wegfallen. Derzeit leistet sich die Gemeinde noch diese Stelle, um die Jugendarbeit zu koordinieren. Doch ob das in Zukunft angesichts knapper Mittel noch möglich ist, steht in den Sternen.

„Die Zuweisungen sind über die Jahre gesunken, weil wir auch weniger Gemeindeglieder haben“, erklärt Pastorin Daniela Uhrhahn-Holzmüller. Die Gemeinde hat 2800 Mitglieder. Noch vor ein paar Jahren waren es weit über 3000. Die steigenden Kosten für den Unterhalt der Gebäude und zweier Friedhöfe sowie Personalkosten machen der Gemeinde zu schaffen. „In Zukunft werden wir nicht alles so halten können“, meint die Pastorin. Und sie räumt ein, die Stelle eines Jugendreferenten sei „Luxus“.

Nicht verzichten

Doch genau auf diesen Luxus wollen die Neuenkirchener nicht verzichten. „Die Jugendarbeit vor Ort ist personenbezogen. Da ist die Beziehungsarbeit ganz wichtig“, betont Jugendreferent Kai-Uwe Ziegler. Deshalb legt er auch großen Wert darauf, dass die Jugendarbeit innerhalb der Gemeinde stattfindet und nicht auf Kirchenkreisebene. 10000 Euro bräuchte die Gemeinde jährlich, um die Jugendarbeit fortzuführen. Davon würden Fortbildungen für Gruppenleiter, Material und Freizeiten finanziert.

In anderen Gemeinden in Melle scheint die Jugendarbeit nicht unter finanziellen Nöten zu leiden. „Die Jugendarbeit läuft gut“, stellt Diakon Dirk Ulrich fest, der drei Gemeinden in Melle betreut. Dass Jugendarbeit nicht leicht ist, gibt der Diakon unumwunden zu: „Das war es noch nie.“

Auch Superintendent Wolfgang Loos kann die Sorgen der Neuenkirchener nicht nachvollziehen. Die Mittel, die die Kirchengemeinde vom Kirchenkreis bekomme, seien konstant geblieben. 57000 Euro fließen jährlich vom Kirchenkreis in Richtung Christophorus-Gemeinde. „Wie die Gemeinde das Geld verteilt, ist ihre Sache“, sagt Loos. Er verweist zudem auf die Jugendarbeit im Kirchenkreis, für die immerhin 132000 Euro pro Jahr aufgewendet werden. „Der Kirchenkreisjugenddienst ist natürlich auch für Neuenkirchen da“, betont er.

Pastorin Uhrhahn-Holzmüller sieht die eigene Jugendarbeit aber unabhängig vom Angebot auf Kirchenkreisebene. „Wir begleiten die Kinder vom Kindergartenalter bis ins Jugendalter“, sagt sie. Und diese Jugendlichen seien die Zukunft der Kirche vor Ort in Neuenkirchen.


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