Interview mit George Trenkler Resonanz zum Meller „Tag der guten Tat“

Von Michael Hengehold

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Melle. George Trenkler ist der Erfinder des „Tages der guten Tat“, alljährlich am 8. September. Wie sich die Initiative entwickelt und welche guten Taten es dieses Jahr gab, erzählt der Initiator im Interview.

Herr Trenkler, was haben Sie eigentlich am Montag Gutes getan?

Das ist eine schwierige Frage, weil ich es anonym getan habe. Ich habe sechs Leuten, von denen ich meine, die verdienen das, etwas zukommen lassen. Zwei haben mich allerdings „erwischt“. Mehr kann ich nicht sagen, sonst fliegt meine Tarnung auf (lacht). Ansonsten investiere ich ja viel Zeit und auch Geld in die Aktion, das ist sicherlich auch eine gute Tat. Da kommt schon einiges zusammen: die Kosten für die Homepage www.tag-der-guten-tat.de , Postsendungen mit Informationen für die Medien oder im vergangenen Jahr der Videowettbewerb, der zwar nicht so gut gelaufen ist, in den ich aber auch 500 Euro investiert habe.

Wie war die Resonanz, welche Rückmeldungen haben Sie bekommen?

Erheblich besser als in den Vorjahren. Rückmeldungen bekomme ich einige im Geschäft, aber auch sonst werde ich angesprochen. Das zeigt deutlich: die Info geht rum. Dieses Jahr gab es auf der Homepage erstmals die Gute-Tat-Karte, auf der man eintragen konnte, was man vorhat oder getan hat. Die Mutter eines Mannes, der einen Unfall hatte, hat sich zum Beispiel dort bei den Ersthelfern bedankt. Einige Läufer haben einen Freundschaftslauf gestartet und Geld gesammelt, das den Gomelkindern zugute kommen soll. Die Bücherei Westerhausen hat eine Spende mit sehr gut erhaltenen, neuen Büchern bekommen. Eine Psychologin hat gemeinsam mit einer Kollegin für Ex-Patienten einen kostenlosen Nachberatungstag angeboten. Ich erfahre das aber eben nur so hier und da.

Oft werde ich gefragt, was man machen kann, dann fällt immer schnell das Stichwort „Tür aufhalten“ oder „Oma über die Straße helfen“ – nur, das sehe ich als ganz normal an. Mir geht es mehr darum, mal nachzudenken, wem man etwas Gutes tun kann, der sonst nicht so zum Zuge kommt.

Wie soll der Tag sich entwickeln? Haben Sie Ideen, die Aktion auszuweiten?

Einerseits wollen wir jetzt nach den Sommerferien einen Verein gründen, in dem alle Interessierten aktiv mitmachen können. Wer mag, kann spenden, damit wir auch mal Werbung machen können.

Andererseits wollen wir Gespräche mit der Stadt führen, inwieweit, die sich einbringen kann. Zum Beispiel die Vereine ansprechen und eine Woche der guten Tat daraus machen. Es kann nicht alles an einem Tag stattfinden. Woanders gibt es bereits Ähnliches, beispielsweise „Eine Stunde für Wuppertal“ oder in Freiburg. Dort sind auf der städtischen Homepage Möglichkeiten und Links zum Thema bürgerschaftliches Engagement aufgelistet. Zum Beispiel Patenschaften für Spielplätze; Sachen, wo man sich ganz einfach einbringen kann. Solches Engagement muss einfacher werden, damit die Leute sich einbringen können, ohne das sie erst im Internet recherchieren müssen, welche Möglichkeiten es gibt.