„Das Haus als Partitur“ Cello Performance auf Meyerhof in Melle-Bakum

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Den spielenden Künstler  Willem Schulz fuhr Rudolf Joost-Meyer zu Bakum im alten Fendt über den heimischen Hof.Foto: Christina WiesmannDen spielenden Künstler Willem Schulz fuhr Rudolf Joost-Meyer zu Bakum im alten Fendt über den heimischen Hof.Foto: Christina Wiesmann

Melle. „Das Haus als Partitur“ – ein Projekt des Kulturzentrums Wilde Rose. Es ist eine neue Idee zum Thema „Hausmusik“ und damit Teil des Projektes „Heimvorteil“ vom „Musikland Niedersachsen“. Aber wie genau funktioniert ein Haus als Partitur?

Der Meyerhof zu Bakum ist nicht nur Wohnhaus und Lebensmittelpunkt für die Familie Joost-Meyer zu Bakum. Er ist auch Arbeitsort und bietet mit der Mühle und dem Hofladen ganz unterschiedliche Bereiche. Ihn durch Willem Schulz mit dem Cello bespielen zu lassen, entstand aus einer Idee heraus. „Hier ist Leben, hier passiert etwas“, berichtet Rudolf Joost-Meyer zu Bakum. Der Hofbesitzer erklärt: „Die Meyerhöfe waren früher die Kulturzentren im Dorf, da war etwas los. Wir versuchen, diese Tradition wieder aufzuwecken.“

An 17 Stationen bespielte Willem Schulz verschiedene Bereiche rund um Haus und Hof. Er inspirierte durch den teilweise ungewöhnlichen Umgang mit dem Instrument und richtete den Fokus auf den jeweiligen Ort des Geschehens. In der Wohnküche begleitete ihn Meike Joost-Meyer zu Bakum mit den typischen und alltäglichen Küchengeräuschen.

Schon 30 Häuser bespielt

Das Anzünden des Gasherdes, Geklapper mit Kochgeschirr und ein laufender Wasserhahn vermischten sich mit den sanften Klängen des Cellos. Die Küche und das alltägliche Leben darin nahmen plötzlich Gestalt an.

Im Hofladen surrte die Kasse, Kassenbons wurden gedruckt und die Geldschublade öffnete sich. Alles typische Geräusche, die für den liebevollen Laden so eindeutig sind. Mit dem Spiel auf dem Cello und den „Kunden“, die sich zwischen Regalen und Getränkekisten aufhielten, entstand ein Bild des Hofladens.

„Ich habe schon 30 Häuser bespielt“, erzählte Willem Schulz nach der Performance. „Alle sind so einzigartig wie die Menschen, die dort wohnen.“ Schulz möchte mit seinen Stationen die verschiedenen Bereiche eines Hauses zeigen, mit all den Eigenarten, Spezialitäten und Liebenswürdigkeiten. So bespielte er auf dem Meyerhof auch den alten Dachboden, die Mühle und den naturnahen Teich. Auf dem Traktor spielte er, während der Hausherr ihn über den Hof fuhr. Den Fernblick über den Gartenzaun zeigte er mit Unterstützung von Benjamin Joost-Meyer zu Bakum, der mit dem Spiel auf der Posaune im freien Feld berührte.

Den Bakumer Meyerhof lernten die geladenen Gäste so in vielen Facetten kennen. Und nicht selten zauberten die abendliche Sonne und die Schwalben einen tollen Effekt in die Partitur des Künstlers.


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