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500.000 tote Tiere jedes Jahr Maßnahmen gegen Tod von Rehkitzen bei Getreideernte

Von Christoph Franken | 10.08.2014, 20:52 Uhr

Rund 500.000 Rehkitze und Wildtiere sterben jedes Jahr zur Getreideernte in den Feldern einen grausamen Tod. Landwirte und Jäger auch in Melle tun viel, um das zu verhindern.

Kreisjägermeister Fritz Mithöfer verwies auf die viel geübte Praxis, am Tag vor dem Einsatz der riesigen Mähdrescher mit Hunden in die Felder zu gehen. „Damit beunruhigen wir die Rehe und bringen sie dazu, bis zum nächsten Tag ihre Kitze herauszuführen“, erklärte er. Ganz ähnlich wirkten Wildscheuchen. Das sind Stangen, an deren Spitzen blaue Plastiktüten befestigt sind, die im Wind flattern. Vier bis fünf davon pro Hektar werden einen Tag vor der Ernte aufgestellt. „Auch das zeigt den Rehen, dass hier irgend etwas anders ist als sonst und sie verlassen mit ihren Nachwuchs die Felder“, sagte Mithöfer. „Dieses Verfahren klappt gut“, freute er sich.

Dennoch gäbe es eine noch bessere Methode, um Verstümmelungen der Tiere durch das Mähwerk zu verhindern. „Von innen nach außen mähen“, appellierte Mithöfer erneut an all diejenigen, die auf den Erntemaschinen sitzen. „Ich weiß, dass dieser Appell insbesondere bei den Lohndreschern nicht gut ankommt, obwohl der damit verbundene Mehraufwand gering ist“, weiß der Kreisjägermeister.

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Aber es müsse doch möglich sein, im Kopf der Treckerfahrer mit der Idee anzusetzen. Denn auch die müssten doch sehr daran interessiert sein, die Mähtod-Fälle zu verhindern. Das mit Kadaverteilen verunreinigte Mähgut ist nämlich eine Bedrohung für die damit gefütterten Tiere: Es fördert die tödliche Lebensmittelkrankheit Botulismus.

Ganz neue Wege gehen derzeit Jäger aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim. Sie testen gegen den „Mähtod“ eine fliegende Wärmebildkamera. Wenn ein Tier entdeckt wird, kann es anhand der GPS-Daten maufgespürt und herausgeholt werden. Dieses Projekt wird durch die Landesjägerschaft finanziert,