Kanellopoulos-Bollrath kommt für Völler Stabwechsel bei der Polizei in Melle

Wechsel bei der Polizei: Wilhelm Völler (links) übergibt den Stab an Christiane Kanellopoulus-Bollrath, mit dabei Bürgermeister Reinhard Scholz, Polizeipräsident Bernhard Witthaut und Inspektionsleiter Michael Maßmann. Foto: Simone GraweWechsel bei der Polizei: Wilhelm Völler (links) übergibt den Stab an Christiane Kanellopoulus-Bollrath, mit dabei Bürgermeister Reinhard Scholz, Polizeipräsident Bernhard Witthaut und Inspektionsleiter Michael Maßmann. Foto: Simone Grawe

Melle. Stabwechsel bei der Polizei: Mit Christiane Kanellopoulus-Bollrath hat das Polizeikommissariat Melle eine neue Dienststellenleiterin. Sie tritt die Nachfolge von Wilhelm Völler an, der zur Kripo nach Osnabrück gewechselt ist.

Es war eine bewegende und emotionale Feierstunde, zu der sich am Freitag Vertreter der Polizei, der Stadt, der Feuerwehr, des DRK, der Kirchen und weitere Vertreter des öffentlichen Lebens in der Dienststelle eingefunden hatten, um Wilhelm Völler als Chef der Meller Polizei zu verabschieden und Christiane Kanellopoulos-Bollrath als dessen Nachfolgerin zu begrüßen.

Polizeipräsident Bernhard Witthaut sprach von einem „wichtigen Ereignis für Melle“. Er bedankte sich zunächst bei Wilhelm Völler für dessen Engagement, Bereitschaft und Zuverlässigkeit. Er habe sein breit gefächertes dienstliches Erfahrungswissen im Sinne der Kollegen umgesetzt und seinen Dienstposten hervorragend ausgefüllt, betonte Witthaut, der Völler als Erinnerung an Melle einen Osnabrücker Friedensreiter überreichte.

„Für Sie persönlich wird die neue Aufgabe zu einer großen Herausforderung,“ wandte sich Witthaut an Christiane Kanellopoulos-Bollrath, die zu diesem besonderen Ereignis ihre Familie mitgebracht hatte: Neben den Eltern auch Ehemann Mathias Bollrath, der ebenfalls im Polizeidienst tätig ist, und die Töchter Alexa und Nicola. Zurzeit werde die neue Chefin in Teilzeit arbeiten - möglicherweise ein Wagnis? Fragte der Polizeipräsident: „Nein, ich finde es total Klasse, dass wir das Wagnis gemeinsam eingegangen sind, um die Vereinbarkeit vom Familie und Beruf aufzuzeigen. Dieses Wagnis ist Realität im Jahr 2014 und ich freue mich darauf“. Witthaut äußerte sich zuversichtlich, dass die neue Chefin den Spagat zwischen Beruf und Familie meistern werde, und wünschte einen guten Start.

„Der Chef geht, die Chefin kommt“, äußerte sich der Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück, Michael Maßmann. Wichtig sei in erster Linie, dass sich die Menschen sicher fühlten. Mit den Orten Melle, Bissendorf und Belm umfasse das Einsatzgebiet der Polizei eine Fläche von 400 qkm mit rund 75000 Bürgern, wobei jährlich rund 3000 Straftaten und rund 1500 Unfälle passieren, die von 70 Kollegen bearbeitet werden.

Wilhelm Völler habe die Sicherheit immer am Herzen gelegen, resümierte Maßmann. Er charakterisierte ihn als absoluten Fachmann in allen polizeilichen Fragen, der als Chef anerkannt, bei Kollegen sehr beliebt und stets als Ansprechpartner für die Bürger und öffentlicher Institutionen zur Verfügung steht.

Seiner Nachfolgerin Christiane Kanellopoulos-Bollrath wünschte er einen guten Start. Die 43-ährige Kriminalrätin hat an der Hochschule der Polizei in Hiltrup das Masterstudium für den gehobenen Polizeidienst 2010 abgeschlossen und wechselte dann zur Kriminalpolizei.

Bereits 2006 war Kanellopoulus-Bollrath erstmals bei der Polizei in Melle tätig, und zwar als Dienstschichtleiterin in Teilzeit, seinerzeit ein Novum: „Ein tolle Dienststelle, ich komme wieder“, habe sie seinerzeit gedacht und Melle dabei nie aus den Augen verloren.

Nun freue sie sich auf eine gut funktionierende Dienststelle mit einem tollen Team, guten Strukturen und hoch motivierten Mitarbeitern: „Ich wünsche mir, dass die Veränderungen gering sein mögen, und dass sich die Meller sicher fühlen,“ sagte die neue Chefin.

Diesen Faden nahm auch Reinhard Scholz auf: „Die Menschen wollen sich sicher fühlen“, stellte der neue Bürgermeister fest, der die gute Zusammenarbeit von Polizei und Kommune hervorhob. Der enge Draht zwischen den beiden Institutionen sei dabei ein Erfolgsgarant.

Reinhard Scholz bescheinigte Wilhelm Völler, die Polizei „hervorragend geführt“ zu haben. Ðie Menschen in der Region würden zu Recht sagen, dass sie sich sicher fühlen: „Wir freuen uns, dass Sie bei uns waren und wünschen Ihnen ein gutes letztes Jahr“, sagte Scholz. Seiner Nachfolgerin wünschte er ein glückliches Händchen, verbunden mit dem Wunsch nach einem guten Draht zur Stadt: „Wir wollen offen, ehrlich und transparent miteinander umgehen“, unterstrich Scholz. Er freute sich nicht nur auf eine gute Zusammenarbeit, sondern ausdrücklich auch darüber, dass Kanellopoulos-Bollrath dank des griechischen Vaters über einen Migrationshintergrund verfüge: „Toll, dass die Integration bei der Polizei angekommen ist, es menschelt“.

„Melle in Wandel, jetzt ist die Polizei dran“, stellte Wilhelm Völler fest, der sich bei seinen Weggefährten bedankte: Mit Blick auf seine Nachfolgerin meinte er, dass sie eine gut funktionierende Truppe übernehme, wobei aber „noch einige Bretter zu bohren“ seien.


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