Jugendarbeit im Blick Zukunftsweisende Signale von der Meller Sozialkonferenz

Von Petra Ropers

Viele engagierten sich für die Sozialkonferenz, darunter (von links) Andreas Dreier, Tanja Werges, Marita Feller, Tim Wesselmann, Tanja Fähr und Uwe Helmes. Foto: Petra RopersViele engagierten sich für die Sozialkonferenz, darunter (von links) Andreas Dreier, Tanja Werges, Marita Feller, Tim Wesselmann, Tanja Fähr und Uwe Helmes. Foto: Petra Ropers

Melle. Ein Klick auf einer Internetseite, ein kurzer Kontakt per Mail oder Handy – schon ist die Mitfahrgelegenheit für die Scheunenfete gesichert. Ein Wunschtraum? Nicht wenn es nach den Teilnehmern der Sozialkonferenz geht, die am Samstag die Zukunft der Jugendarbeit in Melle in den Blick nahmen.

Nachdem das Schwerpunktthema bei der Premiere im vergangenen Jahr „Kinder gut betreuen“ gelautet hatte, ging es diesmal um die Fragestellung „Jugendarbeit – geht da noch was?“ Dieser Frage stellten sich im Jugendzentrum „Altes Stahlwerk“ auf Einladung der Stadt rund 50 Vertreter von Schulen, Vereinen, Verbänden und Institutionen. Denn mit der Gesellschaft ändert sich auch die Jugendarbeit. Demografischer Wandel, Ganztagsschule und die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich sind nur einige Faktoren, die auf die offene und verbandliche Arbeit Einfluss nehmen: Die Ganztagsschule lässt weniger Freizeit. Die Bereitschaft, sich in Vereinen zu binden, sinkt. Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach Solidarität und Respekt.

„Eines der Hauptziele besteht darin, sich intensiv darüber auszutauschen, wie vorhandenes Engagement im Bereich der Jugendarbeit angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen und Trends gestärkt und in seinem Eigenwert anerkannt werden kann“, erklärte Bürgermeister Reinhard Scholz in seiner Begrüßungsansprache.

„Die Schule ist kein solidarisches System“, machte Uwe Helmes vom „Stellwerk Zukunft“ unmissverständlich klar. Umso mehr ist die Jugendarbeit gefordert, die Themen der Jugendlichen aufzugreifen, ihnen Raum zu geben und das Recht, sie selbst zu sein. Vieles ist dazu, so die gemeinsame Analyse, in der Stadt bereits in Gang gebracht worden. Doch es geht noch mehr. Das zeigten Workshop-Runden, die für die künftige Jugendarbeit ganz konkrete Wünsche und Ideen zusammentrugen.

Dazu gehört eine Internet-Börse für innerstädtische Mitfahrgelegenheiten ebenso wie eine Verbesserung insbesondere der Nachtbus-Verbindungen, Intensivsprachkurse für junge Erwachsene oder die Schaffung von Anreizen für den Einstieg ins Ehrenamt. Von vorrangiger Bedeutung ist auch eine Intensivierung der Netzwerkarbeit zwischen den Trägern von Jugendarbeit, um Ressourcen effektiver zu nutzen und Angebote zu bündeln.

Die Impulse werden an eine Steuerungsgruppe aus Rat, Verwaltung und Fachleuten der Jugendarbeit weitergeleitet. Falls erforderlich, werden danach Sozialausschuss und Rat über kostenpflichtige Maßnahmen entscheiden. „Nicht alles werden wir eins zu eins umsetzen können“, räumte Andreas Dreier, Erster Stadtrat, ein.