Viele Nationen, ein Team Jubel für Deutschland im Meller Jugendzentrum

Von Michael Hengehold


Melle. Nur kurz gibt es beim Public Viewing im Jugendzentrum „Altes Stahlwerk“ am Donnerstagabend „U-S-A“-Rufe zu hören. Die gelten allerdings nicht dem Team von Jürgen Klinsmann, sondern zwei Schönheiten in USA-Bikinis.

Ansonsten stehen die Kids – so weit das beurteilen ist, alle mit familiären Wurzeln in anderen Ländern – im Stahlwerk geschlossen hinter dem deutschen Team. Nun ja, fast. Zwei Jungs sind irgendwie für die Amis, einer trägt ein Obama-Trikot, aber eigentlich „einfach nur so“.

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Khaled hingegen hatte im Vorfeld eine schwierige Entscheidung zu treffen. Für drei Euro eine deutsche Fahne kaufen oder doch den Mini-Döner? Als der Reporter eintrifft, steht er Fahne schwenkend und singend im Eingang zum Jugendzentrum: „Einigkeit und Recht und Freiheit...“

Um die zwei Dutzend Kids und ältere Jugendliche haben sich eingefunden, um das Spiel Deutschland gegen USA zu schauen. Es riecht nach Chips und Flips, einige machen es sich auf den Sofas gemütlich, andere ziehen sich Stühle für die Füße ran.

Die Stimmung ist gut, die Zuschauer gehen mit. „Nein, nein!“, hört man aus den hinteren Reihen, wo die Großen sitzen, wenn die USA auf das deutsche Tor zustürmen. Als Mesut Özil in der 35. Minute eine Chance vergibt, ertönt ein ironisches „Scheiß Türke!“ von hinten.

In der Pause dann große Zuversicht. Alle sind überzeugt, dass die Deutschen – Wir! – gewinnen werden. Und so kommt es schließlich auch, dank Müllers sicherlich nicht nur im Stahlwerk umjubelten Tores.

Gegen Ende der Partie wird es etwas leerer, den Kleinen geht die Zuschauerpuste aus. Die anderen verabschieden das deutsche Team klatschend.