Bildband über Schlösser Melle macht Druck: Von Befestigungsanlagen zu Burgen

Von Dr. Stephanie Uhlhorn

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Melle. Karsten Mosebach, Lehrer am Meller Gymnasium und Fotograf, wollte nicht mehr nur Natur, Pflanzen und Tiere fotografieren. Ihn sprachen besonders die Burgen im Osnabrücker Land an. Er fragte Fritz-Gerd Mittelstädt, ob er die Begleittexte schreiben würde. Aus der Zusammenarbeit entstand ein wunderschönes Buch mit Hintergrundwissen zu den einzelnen Herrschaftssitzen und sehr ansprechenden Bildern.

„Schlösser & Burgen im Osnabrücker Land“ beschreibt 28 Burgen, Schlösser und Herrenhäuser, die sich vom Artland bis in den Grönegau erstrecken. Auffällig ist dabei eine Häufung von Bauten im Meller und Bad Essener Bereich. „Hier musste der Bischof seine Gebiete gegen die Ravensberger verteidigen“, erklärt Mittelstädt. Der Autor zeichnet auf knapp 190 Seiten 2300 Jahre Baugeschichte in unserer Region nach. „Viele Burgen wurden zunächst als Befestigungsanlagen gebaut und entwickelten sich erst später zu Repräsentationsobjekten“, beschreibt er den historischen Fortgang.

Der Barock und der Klassizismus hätten die Bauweise in späterer Zeit beeinflusst. Im 19. Jahrhundert sei es zu einer Rückbesinnung auf mittelalterliche Elemente gekommen. Exemplarisch steht dafür die Diedrichsburg in den Meller Bergen. Insgesamt hätten sich die mitteleuropäischen Geistesströme in den Bauten manifestiert.

Karsten Mosebach war von Beginn an klar, dass er kein „dröges wissenschaftliches Buch“ herausgeben wollte. Wichtig war für ihn ein gut lesbarer Text, der mit ansprechenden Bildern versehen sein sollte. Und die Fotos ziehen den Betrachter in ihren Bann. Das breite Format bringt die Gebäude und deren Umgebung auf Doppelseiten sehr gut zur Geltung. Die Bilder erzeugen unterschiedlichste Stimmungen, denn Mosebach hat zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten fotografiert. So glitzert beispielsweise das Eis auf den Gräften rund um Schloss Gesmold, oder Gut Bruche erscheint in der Abendsonne.

Die Fotos ermöglichen ganz neue Einblicke in die teils bekannten Schlösser. Die beiden Herausgeber hatten Unterstützung von Ludwig von Bar von Gut Bruche, der als Erblanddrost und somit Vorsitzender der Osnabrücker Ritterschaft die jeweiligen Eigentümer um ihre Mithilfe bat. Mittelstädt und Mosebach hatten dadurch Zugang zu Parkanlagen, teilweise auch zu den Innenräumen. „Hätte ich nur von den Straßen aus fotografieren können, wären keine schönen Bilder entstanden, betont Mosebach, dessen Lieblingsburg die Wasserburg Scheventorf ist. Diese hat auch eine Verbindung zu Melle. Georg Christoph von Hammerstein tauschte sie 1664 gegen das Rittergut Gesmold, wo die Familie bis heute beheimatet ist.

„Schlösser & Burgen im Osnabrücker Land“ ist in der Reihe „Schriften zur Kulturgeschichte des Osnabrücker Landes“ als 19. Band im Verlag Meinders und Elstermann erschienen und in Buchhandlungen erhältlich.


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