Erstmals mit neuer Chorleiterin „Cheerful Voices“ erklangen in St. Petri Melle

Von Conny Rutsch


Melle. Begeisterter Beifall schon gleich zu Beginn: da war Christina Hindersmann sichtlich überrascht. Sie gab am Sonntagnachmittag beim Jubiläumskonzert mit dem Oldendorfer Song- und Gospelchor in der Petrikirche ihr Debüt als Chorleiterin.

Mit mitreißender Fröhlichkeit und strahlendem Gesicht dirigierte sie ihren Chor quer durch ein Repertoire aus 15 Jahren. Ob Gospels, Popsongs, deutscher Chorsatz oder Lieder in afrikanischen Sprachen: eigentlich zeigten die Cheerful Voices wie immer eine ausgewogene Mischung ihrer Chorarbeit.

Und doch war da etwas so ganz anders, wie frischer Wind in neuen Segeln. Absolut souverän formte Christina Hindersmann den Chorgesang der über vierzig Sänger mit ausdrucksvollem Dirigat und hochmusikalischem Fachverstand zu einer perfekten Einheit. Die Gelassenheit, die sie ausstrahlte, übertrug sie auf den Chor. Und der wiederum konnte damit eine ganz neue Überzeugungskraft darbieten.

Wippende Füße

Schon das erste Stück, der Friedensgruß „Freedom ist coming“, ließ Füße mitwippen. Gekonnt fing Christina Hindersmann den Chor wieder zur Ruhe ein mit dem nachfolgenden „Halleluja“ von Leonard Cohen. Und Schlag auf Schlag ging es mit Bekanntem weiter. „Jedem unserer Stücke, die wir zum Teil schon lange singen, hat Christina ihre ganz eigene Note gegeben“, erklärte Chorsprecherin Heike Schulte nach dem Konzert. Das bedeute für den Chor, Etliches auch umlernen zu müssen.

„Der Abend kommt, die Nacht zieht Kreise“ und den Gospel „Praising-Song“ hatte Christina Hindersmann mit dem Chor neu einstudiert und bewies damit als Absolventin der Hochschule für Musik Osnabrück und der German Musical Academy genau das Fachwissen, das für eine erfolgreiche Chorleitung nötig ist.

Dass die Cheerful Voices auch äußerlich frischer wirken möchten, zeigten sie nach der Pause in fetzigem Outfit: weiße Hemden und blaue Jeans, jung und dynamisch wirkte das und es scheint so, als ob die Sänger aus dem Schwarz mit den orangefarbenen Schals herausgewachsen sind. Gut so.

Durch das Programm führten Chormitglieder, launig, nachdenklich und informativ. Die Musiker Oskar
Ogrodnik (Klavier), Florian Eickmeyer (Gitarre) und Martin König (Gesang), begleiteten den Chorgesang, der immer wieder auch mit a-capella-Liedern begeisterte. Erwähnt werden müssen auch die Solisten, Chorsänger, die an der besonderen Gestaltung von Liedern ihren Anteil haben: Axel Noruschat, Sabrina Johanns, Tanja Blankenhagen, Simone Bockrath, Roswitha Behnert, Karin Bergmann und Wolfgang Diekmann.

In der Konzertpause komplettierte Miriam Schulte zusammen mit Florian Eickmeyer und Martin König die Band „Murphy“, die Kostproben ihrer Interpretationen von Bon Jovi bis Robbie Williams darbrachten.

Schon während des letzten Stückes, „Jamaica Farewell“ von Harry Belafonte, standen die Zuhörer in den Bankreihen der proppevollen Kirche. Und als Zugabe durften alle noch einmal in das schon zu Beginn geübte „Down by the riverside“ einstimmen. Mit einem afrikanischen Lied, der Chor kreisförmig um die Bänke im Kirchenschiff positioniert, endete das frenetisch gefeierte Konzert, nicht aber der Abend. Bei Bratwurst und Bier ließen Sänger und Zuhörer das Jubiläum im Wortsinne ausklingen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN