Finissage von Ullrich Heemann Musikalisch-tänzerischer Event in Melle

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Oldendorf. Mit der Uraufführung der Komposition „Minimaloption“ von Joachim Raffel in der Orangerie des Gutes Ostenwalde fand die Ulrich-Heemann-Ausstellung „Inszenierte Fotografie“ bei der Finissage am Sonntag einen äußerst passenden Ausklang.

Die sphärischen und meditativen Klänge sowie die ausdrucksstarken tänzerischen Bilder korrespondierten in besonderer Weise mit den Werken der Heemann’schen Fotoausstellung. Neben der Tänzerin Francesca Imoda gestalteten eine Harmoniumspielerin, Sänger und Sängerinnen des Kammerchors der Universität Osnabrück und der Vokalensembles „CantOS“ und „Damensolo“ die außergewöhnliche Präsentation. Der Komponist selbst war bei seinem neuen Stück mit minimalistischer Percussion zu hören.

Der Begriff „New Minimal Music“ bezeichnet die stilistische Linie, auf der sich Joachim Raffel mit seinen neueren Stücken bewegt. „Dem Osnabrücker Komponisten geht es um die Erfahrung von Zeit und Dauer bei starker Reduktion des Materials“, erläuterte Hans C. Reinhardt vom veranstaltenden „Verein zur Förderung von Kunst und Kultur in Melle“. Die Luft in der Orangerie und in der Umgebung der Orangerie vibrierte ebenso wie die inneren Räume der Zuhörer und Zuschauser.

Musik und Tanz schienen sich mit den auf Menschen ausgerichteten, inszenierten Bildwelten von Ulrich Heemann zu verbinden. Anmutige Tänzer fanden sich in vollendeter Körperspannung in unmittelbarer Nachbarschaft von Bildern, die morbide, hilflose, von Verfall gezeichnete Menschen zeigten.

Die Bandbreite menschlicher Existenz, Emotionalität, Schönheit und Verfall fanden sich in den Bildern der Ausstellung, die eine Symbiose von Malerei und Fotografie darstellten. Denn am Computer montiert, arrangiert der Neuenkirchener Künstler malerisches und fotografisches Material zu neuen Bildwerken, die nicht nur durch ihre expressive und bisweilen drastische Darstellungsweise, sondern auch durch überdimensionale Formate beeindrucken.

Heemanns Werke machen nachdenklich und berühren. Der Künstler gibt seinen Werken keine Namen, weil er der Sicht der Betrachter kein Richtung geben will. Diese sollen ihren ganz eigenen Weg in die Bildwelten suchen, erspüren und finden. Die fotografischen Arrangements mit ungewohnten, häufig bizarren Haltungen der dargestellten Menschen hinterlassen oft ein fragendes Staunen, das keinen Raum für oberflächlichen Optimismus lässt.


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