Todesfall des Gitarristen überschattet Release Dampfmaschine aus Melle: Neues Album „Ballerburg“

Immer Dampf: Bassist Rave Paulsen rockt das Haus. Sänger Siggy Rock (hinten links) und Gitarrist Hase stehen in Sachen exaltiertes Bühnengebaren nichts nach. Foto: Olaf BredenförderImmer Dampf: Bassist Rave Paulsen rockt das Haus. Sänger Siggy Rock (hinten links) und Gitarrist Hase stehen in Sachen exaltiertes Bühnengebaren nichts nach. Foto: Olaf Bredenförder

Melle. Am Freitag ist das neue Album von Dampfmaschine herausgekommen. „Ballerburg“ markiert eine Rückbesinnung in Richtung des Debütalbums „I Love My Body“. Überschattet wird die Veröffentlichung vom Tod des Gitarristen Fitten.

Dampfmaschine wurde von Siggy Rock (Simon Brandhorst aus Melle-Mitte) und Hase (Daniel Brüggemann, Riemsloh) gegründet. Rave Paulsen stieg als Bassist später ein, seine Eltern kennen den Bruchmühlener Jung‘ allerdings als Hagen Schubert. Der Osnabrücker Alexander „Schnalli“ Schröder bedient das Schlagwerk, Fitten alias Sascha Friedrich aus Hagen a. T. W. komplettierte das Line Up als zweiter Gitarrist – bis vor wenigen Wochen. Dann verstarb er mit nur 34 Jahren an einer Lungenembolie.

„In den schönsten und wahrhaftigsten Momenten unseres Lebens, wo kein Schatten die Lichtstrahlen verdunkelt, wird uns auf einmal schonungslos vor Augen geführt, wie sensibel und zerbrechlich das Glück und letztendlich auch das Leben ist“, hatte die Band bei Facebook gepostet und umgehend alle Auftritte und die geplante Tour zum nunmehr dritten Album abgesagt. „Dieser Ohnmacht und Hilflosigkeit entgegen stehen all die glücklichen Momente, die wir mit Fitten teilen durften. Wir haben ihn als einen unfassbar authentischen, respektvollen, toleranten, fairen, humorvollen, wertschätzenden und feierwütigen Menschen kennen und lieben gelernt. Danke für diese Zeit, für Deine Zeit. Du fehlst uns bereits sehr. Sehr. Sehr. Danke, Fitten! In unendlicher Liebe, deine besten Freunde Siggy, Hase, Hagen und Schnalli“, heißt es in dem Posting weiterhin.

Wie es mit der Maschine weitergeht, ist offen, bestätigt Schnallis Namensvetter Alexander Schröder, Chef des Meller Dampfmaschine-Labels Redfield Records, das unlängst mit Eskimo Callboy seine erste offizielle Chartsplatzierung feierte (wir berichteten).

Heute Relaseparty

Während die Tour definitiv ins Wasser fällt, hat die Band noch nicht entschieden, ob sie die für den Sommer geplanten Festival-Gigs ebenfalls absagen wird. Darunter das Open Flair im August in Eschwege mit Seeed, Broilers und Ska P. Selbst die Bandauflösung ist nicht ausgeschlossen. Weitere Optionen wären zu viert weiter zu machen oder einen Ersatzgitarristen für Fitten aufzunehmen, was nicht wahrscheinlich ist.

„Ballerburg“ (33 Minuten, zwölf Songs) wurde erstmals nicht vom bisherigen Stammproduzenten Claus Grabke produziert, sondern von Robin Völkert (The Now Denial, Dean Dirg). Es ist ab sofort erhältlich und kann auch bei den üblichen Streamingverdächtigen wie Spotify, Simfy, Deezer und Co gehört werden.

Am Samstagabend steigt im Osnabrücker Bastard Club ab 22 Uhr die Release Party mit DJs, aber ohne Gig der Maschine. Der Eintritt dazu ist frei. Zuvor ist die Band ab 17 Uhr bei Shock Records in der Hasestraße. Den Plattenladen nebst Café betreibt Dampf-Drummer Schnalli zusammen mit Kultplattendealer Bibi.


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