Dramatische Abwärtsspirale Samstag Demonstration in Melle zu Pflegenotstand

Friedlicher Protest: der Pfleger-Flashmob. Archivfoto: AkyolFriedlicher Protest: der Pfleger-Flashmob. Archivfoto: Akyol

Melle. Am kommenden Samstag werden die Aktionen unter dem Motto „Die Pflege liegt am Boden“ wieder aufgenommen. „Es geht darum, die dramatische Abwärtsspirale beim Pflegedienst zu stoppen“, mahnt Rudolf Benter von der Mitarbeitervertretung des Christlichen Kinikums Melle an.

Die Flashmobs wurden zwischenzeitlich in Osnabrück fortgeführt und erleben nun am 8. März um 11.55 Uhr ihre vierte Auflage in Melle. Unter dem Motto „Wir wollen auf die Missstände aufmerksam machen“ demonstrieren die Pflegekräfte mit dem Beistand Gleichgesinnter für eine Verbesserung ihrer Arbeitsgrundlagen.

Ihre Forderungen lauten: Einführung eines am tatsächlichen Bedarf orientierten Personalschlüssels, wissenschaftlich fundierte Personalbemessungsverfahren, Anhebung der Gehälter, Verbesserung der Leistungen für pflegende Angehörige und Erarbeitung eines sozial verträglichen und erweiterten Refinanzierungskonzeptes.

Verantwortungsvoll

„Die Kollegen gehen einer verantwortungsvollen Tätigkeit nach und absolvieren eine anspruchsvolle Ausbildung. Daher ist eine Steigerung des Einkommens eine Grundlage unserer Forderungen“, erklärt Benter. Es sei auch keine Lösung, Arbeitskräfte aus China zu rekrutieren. „Wir müssen die Voraussetzungen im eigenen Land schaffen. Unsere Arbeitskräfte gehen durchschnittlich nach zehn Jahren aus dem Beruf, weil die Arbeitsumstände immer schwieriger werden“, spricht der Mitarbeitervertreter das Problem der „Überalterung“ in Pflegeberufen an.

„Die Abschaffung des Schulgeldes“ in den Pflegeberufen wäre nach Benter ein weiterer Ansatz, um das Problem zu lindern. „Wir wollen keine ungelernten Kräfte in unsere Beruf“, sagt er und bekräftigt: „Aber das wird Geld kosten.“


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