Jansen: „Hab‘s gut getroffen“ Meller Ratsschule: Neuer Leiter zieht Bilanz

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Kontakt mit den Schülern ist Ludger Jansen ein Anliegen. So geht er in der Pause gerne mal in die Mensa und plaudert mit seinen Eleven. Foto: Michael HengeholdDer Kontakt mit den Schülern ist Ludger Jansen ein Anliegen. So geht er in der Pause gerne mal in die Mensa und plaudert mit seinen Eleven. Foto: Michael Hengehold

Melle. Das erste Halbjahr ist rum – für Schüler wie Lehrer und Schulleiter. Ludger Jansen (57) hat die Leitung der Ratsschule im vergangenen Sommer übernommen und zieht eine erste Bilanz.

Die Ratsschule habe unter Lehrern einen guten Ruf, außerdem kannte Jansen sie, weil er in den 90-ern Referendare ausgebildet hat – unter anderem dort. Als Bohmter war Melle ohnehin eine gute Adresse, weshalb der Festsaal, die Waldbühne oder Kirchenkonzerte Jansen regelmäßig über den Berg lockten, erzählt er im Pressegespräch. Nach 15 Jahren an der HRS Bohmte übernahm Jansen 2001 die Leitung der Domschule Osnabrück. Nach einem Sabbatjahr 2012 war die Stelle jedoch wieder besetzt, da kam die Möglichkeit Melle gerade recht.

„Innen noch was machen“

„Meine ersten Eindrücke waren sehr positiv“, so Jansen, „die Schule ist in einem sehr guten Zustand. Ich hab’s gut getroffen.“ Die Stadt führe alle ihre Schulen gut, das gelte auch für das Schulzentrum Lindath-Südwest, die alte Heimat der Ratsschule, an der noch die auslaufenden Rats-Jahrgänge neun und zehn unterrichtet werden, und die Wallgartenschule (dort sind derzeit die Rats-Fünftklässler untergebracht, Sechstklässler folgen). In der ehemaligen Heinrich-Böll-Hauptschule, dem jetzigen Domizil der Ratsschüler, sei zwar „innen noch ein bisschen was zu machen“, aber es gebe Gespräche mit der Stadt, ein Gebäudeentwicklungsplan soll erstellt werden. Indes „habe ich selten einen so sauberen Schulhof wie bei uns gesehen.“ Lob erhalten auch Elternvertretung, Kollegium und Schülerrat sowie der rührige Förderverein.

Jansen nennt drei wichtige Säulen des Schulkonzepts: Nummer eins: projektorientiertes Arbeiten, etwa die Homepage-Betreuung durch Schüler, das erfolgreiche Schulfußballteam oder das anstehende Projekt „Mail
Art“, bei dem die Ratsschule mit den Gymnasien Minden, Hagen und einem aus Australien kooperiert.

Zweitens die methodenorientierte Schule. „Die Kollegen arbeiten alle sehr variabel. Das hat mit dem klassischen Frontalunterricht nur noch wenig zu tun.“ Ob Gruppenarbeit, Sitzkreise oder das digitale Whiteboard (eine Art Tafel mit Internetanschluss). Damit können die Schüler im Bio-Unterricht ein Skelett direkt an der Tafel zusammenbauen oder in Physik Experimente theoretisch durchführen, bevor es im Klassenzimmer „bumm“ macht.

Dritte Säule ist die Leistungsorientierung. Jansen verweist auf die relativ hohe Quote der Gymnasiumsempfehlungen. In den Zeugnissen am Mittwoch dieser Woche hatten immerhin 23 Prozent aller Fünftklässler diese eingetragen. „Das sind sehr viele“, betont Jansen.

Bleibt die Frage offen, wo „der Neue“ eigentlich ansetzen will, um die Schule noch besser zu machen, denn die genannten Säulen sind ein Ergebnis der guten Arbeit seines Vorgängers Joachim Riedel nebst dem damaligen Team. Abgesehen von Riedel ist die Führungsriege erhalten geblieben.

Jansen möchte vor allem den Kontakt zur Wirtschaft weiter ausbauen, „damit der Übergang von unserem System in die Ausbildung möglichst reibungslos funktioniert“. Das sei für eine Oberschule, die Haupt- und Realschule in sich vereint, ganz wichtig. „Wir brauchen die Rückmeldung: Wo gibt es Defizite? Was müssen unsere Schüler besser machen?“

Dazu hat Jansen bereits Gespräche mit einigen herausragenden Unternehmen wie Tetra, Starcke, Chesapeake, Melos oder Solarlux (kommt aus Bissendorf nach Melle) geführt. „Eine gute Kooperation ist da ganz wichtig.“

Bierdeckel-Aktion

Außerdem hat der Vater vier erwachsener Kinder alle Schulleiterkollegen der weiterführenden Schulen besucht. Im zweiten Halbjahr wird er die Vorstellungs- und Kennenlernrunde in den Grundschulen fortsetzen.

Dort hat er immerhin schon den neuen Schul-Flyer vorbeigebracht. Beigelegt ist ein Bierdeckel (!) auf dessen Rückseite einige Termine (Infoabend, Tag der offenen Tür, Schnupperunterricht) gelistet sind. Bierdeckel, die Werbung für eine Schule machen? Eine ungewöhnliche Idee, die wohl eher nicht als vierte Säule taugt, aber eine erste Duftmarke des neuen Schulleiters darstellt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN