Eskimo Callboy auf Platz acht Meller Label in den Top Ten der Charts

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Alexander Schröder, Labelchef von Redfield Records, mit einem holländischen Magazin, das Eskimo Calboy auf die Titelseite nahm. Foto: Michael HengeholdAlexander Schröder, Labelchef von Redfield Records, mit einem holländischen Magazin, das Eskimo Calboy auf die Titelseite nahm. Foto: Michael Hengehold

Melle. Großer Erfolg für ein Meller Plattenlabel. Die Band Eskimo Callboy ist mit ihrem neuen Album „We Are The Mess“ am Freitag auf Platz acht der deutschen Albumcharts eingestiegen. Die Scheibe erscheint bei Redfield Records von Alexander Schröder.

„Wir hatten schon auf die Charts hingearbeitet, aber dass das Album dann so hoch einsteigt, daran hatten auch wir nicht geglaubt“, gesteht ein grinsender Schröder (33).

Als er die Vorabmeldung der Charts erhielt, die jeweils freitags veröffentlicht werden, zeichnete sich die Platzierung schon ab. „Dann gehst du aus dem Büro und denkst: krass. Und dann stehst du im Supermarkt und denkst: echt krass“, beschreibt der umtriebige Alexander Schröder seine Gefühlslage.

Dabei hat er das Label gar nicht gegründet, sondern ist bei Initiator Kai Rostock eingestiegen, der Redfield Records 2001 ins Leben gerufen hatte. Damals absolvierte Schröder in Düsseldorf eine Ausbildung zum Kaufmann für audiovisuelle Medien. Während der Meller die Promotionaktivitäten von so unterschiedlichen Künstlern wie Tom Waits, Solomon Burke, den Beatsteaks, Tricky oder Steve Vai betreute, veröffentlichte Rostock auf Redfield eine EP seiner eigenen Band. Als die beiden eine GbR gründeten, wurde die in Melle angemeldet. Seit 2010 betreut Alexander Schröder das Label allein, Rostock ist nur noch kleiner Teilhaber.

Zu den weiteren Aushängeschildern neben den Castrop-Rauxeler Callboys zählen We Butter The Bread With Butter, deren drittes Album auf Rang 27 die deutschen Charts enterte, leider bei einem anderen Label. Die ersten beiden Scheiben hatte Redfield aufgelegt. Außerdem die inzwischen dahin geschiedenen Fire In The Attic.

Eskimo Callboy haben sich dem relativ jungen Genre Electrocore (auch Trancecore) verschrieben, eine elektronisch angehauchte Spielart des Metalcore. Electrocore-Könige sind derzeit die Kanadier Abandon All Ships. Eskimo Callboy weisen zudem starke Emoeinflüsse auf und schreiben sehr poppige Refrains.

Erfolg in Wacken

Ihr Erfolg deutete sich schon länger an. In Wacken musste das Zelt im Sommer bei 8000 Besuchern geschlossen werden, die jüngste Russland-Tour fand in überwiegend ausverkauften 500-er-Läden statt, in Japan wird die Scheibe des Castrop-Rauxeler Sextetts von Warner lizensiert und eine US-Tour sowie Gigs in China gab es auch schon. „Die Vans Warp Tour wäre das Größte“, träumt Alexander Schröder schon vom nächsten großen TourDing mit sehr namhaften Bands.

Reich werden kann der Meller allerdings auch von diesen Verkäufen nicht. „Ich werde mir nicht morgen einen neuen Ferrari kaufen.“ Den Chartseinstieg findet er unter dem Strich „nicht mal so wichtig“, viel mehr freut ihn „die Anerkennung für 13 Jahre harte Arbeit“.


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