Literatur als Leidenschaft Neuenkirchenerin schreibt „Zurück nach Hause“

Von Dr. Stephanie Uhlhorn

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Neuenkirchen. Dorothea Jöllenbeck ist eine begeisterungsfähige Frau, die ihre Dinge mit Leidenschaft angeht. Dazu gehört auch das Schreiben. Ihr bekanntestes Buch ist „Zurück nach Hause“, in dem sie ihre Erfahrungen auf der letzten Lebensetappe ihrer Eltern schildert.

Vier Jahre lang lebte Dorothea Jöllenbeck mit ihrem Mann in den USA, als sie von der Krebsdiagnose ihrer Mutter erfuhr. Die gebürtige Wertheranerin entschied sich nach Deutschland zurückzukehren, um sich um ihre Eltern zu kümmern. Eindrucksvoll und offen beschreibt Jöllenbeck die letzten gemeinsamen Jahre, in denen es sehr bedrückende Situationen, aber auch heitere Episoden gibt. Die ganze Emotionsbreite wird auch beim Leser angesprochen.

„Das war meine erste literarische Erfahrung“, erzählt Dorothea Jöllenbeck heute. Sie hatte zwar die Idee, ein Buch über das Älterwerden und den letzten Lebensabschnitt zu schreiben, der Herder Verlag kam aber auf sie zu und wollte kein Sachbuch. „Wir wollen ihre Geschichte“, habe der Verlag damals gesagt, und sie hat sich dem gestellt. Bis dahin hatte die Diplom-Pädagogin und Bewegungstherapeutin Fachtexte verfasst. So erschien bei rororo zum Beispiel das Buch „Bewegung von Kopf bis Fuß“, dessen Übungen die Praktikantin des Lektors komplett durchgeturnt hatte, um die Umsetzbarkeit zu prüfen.

„Das waren meine ersten Erfahrungen mit professioneller Schreibarbeit“, erinnert sich die Autorin. Es folgten viele Arbeitsmaterialien, beispielsweise zur Sexualpädagogik und Aidsprävention. Besonders am Herzen liegen ihr die Medienpakete im Jünger-Verlag. Dort hat sie Materialien, Spiele und Übungen für Kindergärten entwickelt, die jeweils auf einem Bilderbuch basieren.

Im Alltagsgeschäft gibt Dorothea Jöllenbeck Kurse und Seminare zur Bewegung. „In der Bewegung bin ich zuhause“, erklärt sie. Gleichzeitig ist das Schreiben ihre große Leidenschaft. Dabei hat sie für sich herausgefunden, das Schreiben ein bestimmtes Setting benötige. Sie kann sich nicht vorstellen, jeden Tag zur gleichen Zeit in ein Büro zu gehen und dort zu Schreiben. Stattdessen hat sie in der Wohnung ein Arbeitszimmer, das die richtige Atmosphäre vermittelt. Wenn sie voll dabei ist, ist das Projekt immer präsent. „Dann springe ich auch mal vom Esstisch auf, weil ich gerade eine Idee aufschreiben muss“, sagt sie und fügt begeistert hinzu: „Es ist ein wunderbarer Augenblick, wenn es mich schreibt.“ Sie will die Dinge, die ihr wichtig sind, in die Welt bringen, auch wenn das Alltagsgeschäft nicht die Zeit lässt, jede Idee zu verwirklichen. Mit „Zurück nach Hause“ ist ihr das wunderbar gelungen.

Das Buch ist im Handel vergriffen, bei Oermann in Neuenkirchen gibt es aber noch einige Exemplare.


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