Symphonie Orchester begeistert Melle: Klangvolle Träume und Wünsche für 2014

Seit Jahren erhalten sie Bestnoten bei der Publikumsbewertung des Kulturrings: Das Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christoph Mathias Mueller begeisterte mit musikalischem Niveau und klangvollen Überraschungen. Foto: Petra RopersSeit Jahren erhalten sie Bestnoten bei der Publikumsbewertung des Kulturrings: Das Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christoph Mathias Mueller begeisterte mit musikalischem Niveau und klangvollen Überraschungen. Foto: Petra Ropers

rop Melle. Heiter, spritzig und manchmal ein wenig verträumt kommt das neue Jahr daher. Denn für das traditionelle Neujahrskonzert des Kulturrings hatte das Göttinger Symphonie Orchester am Sonntag die schönsten „Träume und Wünsche“ der Musikliteratur im Gepäck.

Unter der dynamischen und humorigen Leitung von Generalmusikdirektor Christoph Mathias Mueller begeisterte das beliebte Orchester die Musikfreunde im Forum.

Ansteckende Freude am niveauvollen Klang, ein hochkarätiges, immer wieder mit Überraschungen gespicktes Programm und der kurze Draht zum Publikum bescheren den Göttingern alljährlich Traumnoten bei der Befragung durch den Kulturring. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach den Eintrittskarten für das Musikereignis im Forum: Bereits im Oktober vermeldeten die Veranstalter ein ausverkauftes Haus. Viele Musikliebhaber gingen beim Sturm auf das begrenzte Kontingent freier Karten leer aus.

Doch Ulrich Blankenfeldt hatte als Vorsitzender des Kulturrings die passende Lösung schon parat: „Das Forum muss vergrößert werden! Den Bau des Hallenbades können wir ja um ein, zwei Jahre verschieben.“ Die Freunde des Göttinger Symphonie Orchesters hätten dagegen wohl nichts einzuwenden. Schließlich empfahl sich das Ensemble am Sonntag mit einem geradezu traumhaften Konzertprogramm. Zweieinhalb Stunden lang machten die Göttinger „Träume und Wünsche“ hörbar.

Seufzende Saiten

Als Solistin verzauberte dabei die gerade einmal 20-jährige Violinistin Christina Brabetz. Mit deutschen Wurzeln geboren in Namibia und aufgewachsen in Kapstadt/Südafrika, erhielt sie mit fünf Jahren den ersten Geigenunterricht.

Bereits als 13-Jährige bestand Christina Brabetz mit der Höchstpunktzahl die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik in Detmold. Inzwischen steht die junge Solistin mit großen Orchestern auf internationalen Bühnen. Und auch im Meller Forum spielte sie sich mit Virtuosität, Einfühlungsvermögen und Ausdruckskraft in die Herzen der Konzertbesucher.

Mit sehnsüchtig seufzenden Saiten und südländischer Leidenschaft ließ sie den Bogen in Camille Saint-Saens‘ „Havanaise“ tanzen. In zarter Eindringlichkeit erhob sich die Solovioline zu Jules Massenets „Meditation“ über leise perlende Harfenklänge. Zu fesselnder Intensität steigerten Solistin und Orchester das berühmte Werk, das traumgleich im gefühlvollen Pianissimo verklang.

Doch Christina Brabetz beherrscht nicht nur die zarten Bogenstriche: Heiter und unbeschwert ließ sie der überschäumenden „Liebesfreud‘“ von Fritz Kreisler freien Lauf, um später zur nachdrücklich eingeforderten Zugabe im Werk eines italienischen Komponisten zum „Tanz der Kobolde“ mit märchenhaft-düsterer Energie und Leidenschaft über die Saiten zu eilen. Mit der Ouvertüre zu Jacques Offenbachs Operette „Die schöne Helena“ läutete das Göttinger Symphonie Orchester zuvor das Neujahrskonzert ein.

Verträumte Walzerpassagen, energische Bläsereinwürfe und ein furioses Finale schlugen den Bogen über die Liebeswirren, die schließlich in den Trojanischen Krieg mündeten. Eine musikalische Kostbarkeit aus dem Schätzkästchen der „Träume und Wünsche“ präsentierten die Göttinger mit Robert Schmumanns „Träumerei“. Denn das berühmte Klavierstück wurde für Orchester arrangiert von Josef Strauß. Dessen schnelle Polka „Ohne Sorgen“ eröffnete als musikalisches Gute-Laune-Rezept den zweiten Teil des Neujahrskonzertes.

Beliebte Polka- und Walzer-Klänge rundeten das Konzertvergnügen ab, zu dem sich Dirigent Christoph-Mathias Mueller auch der Unterstützung seines begeisterten Publikums versicherte. Immerhin sind die Meller Musikfreunde als Rhythmusgruppe zum unverzichtbaren „Radetzky-Marsch“ schon bestens geübt.


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