Künstler war im Grönegau aktiv Melle sucht nach Werken von Ludwig Nolde

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Bildende Künstler in drei Generationen: Dominikus Witte hinter dem Selbstporträt seines Großvaters Ludwig Nolde. Dieser ist noch einmal mit in die Hüften gestemmten Armen rechts auf dem Werkstatt-Foto zu sehen ist, während auf der linken Seite Vater Willi Witte noch als Lehrling im Noldeschen Atelier wirkt. Foto: Hermann HaarmannBildende Künstler in drei Generationen: Dominikus Witte hinter dem Selbstporträt seines Großvaters Ludwig Nolde. Dieser ist noch einmal mit in die Hüften gestemmten Armen rechts auf dem Werkstatt-Foto zu sehen ist, während auf der linken Seite Vater Willi Witte noch als Lehrling im Noldeschen Atelier wirkt. Foto: Hermann Haarmann

Melle. Der Osnabrücker Künstler Ludwig Nolde hat auch im Grönegau gewirkt: So hat er etwa für die St. Matthäus-Gemeinde in den 20-er Jahren den Hochaltar geschaffen, für die Kirche in Wellingholzhausen die Weihnachtskrippe und auch Privatleute wussten seine künstlerischen Kompositionen zu schätzen.

Das Meller Kreisblatt stellt Ludwig Nolde und sein Werk in seinen Bezügen zum Grönegau mit einer vierteiligen Serie in Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum Osnabrück vor, das derzeit anlässlich des 125. Geburtstags mit einer Sonderausstellung des Künstlers einen Einblick in die gesamte Bandbreite seines Schaffens gibt.

Und noch etwas wollen die Ausstellungsmacher erreichen: „Wir vermuten mehrere noch umbekannte Werke Noldes in und um Melle in Privatbesitz.“, sagte Hermann Queckenstedt, der Leiter des Kulturforums Dom. Die wollen sie registrieren. Daher freuen sie sich über Hinweise an die Redaktion des Meller Kreisblattes unter Tel. 05422/7049511 oder per Mail: redaktion@meller-kreisblatt.de

Den Gedanken, „… daß heilig auch menschlich stets war“, formulierte der Osnabrücker Bildhauer Ludwig Nolde als prägende Idee seines sakralen Werkes.Im ersten Teil geht es um den Bildhauer und seinen Enkel Dominikus Witte, der ebenfalls als bildender Künstler in Osnabrück wirkt und die Retrospektive erarbeitet hat. Mit großem Elan hat er im Vorfeld das großväterliche Archiv durchforstet und dabei manche Parallele zum 1958 verstorbenen Opa gefunden, den er persönlich gar nicht mehr kennengelernt hat. Dabei ist ihm immer deutlicher bewusst geworden, wie stark das gesamte Leben und Denken Ludwig Noldes durch die Kunst geprägt war: „Nolde hat sich nicht nur auf das Schaffen im Atelier beschränkt, sondern sein Wohnhaus, das Mobiliar, aber auch Spielzeug für die Kinder selbst entworfen und teilweise auch hergestellt.“ Auch Diplom-Designer Witte erdachte nach dem Studium in Krefeld für seine Wohnung und seine Kinder eine Stehlampe, einen Badezimmerspiegel und Utensilien für das Kinderzimmer.

Dominikus Witte ist inzwischen in dritter Generation künstlerisch tätig, denn sein Vater Willi machte zunächst bei Ludwig Nolde eine Bildhauerlehre, bevor er dessen Tochter Juliane heiratete. Alle drei haben sich mit profanen wie mit sakralen Werken beschäftigt und dabei versucht, sowohl die Kunst als auch den Glauben zu prägenden Größen ihres Alltags zu machen. Besonders die Kriegerdenkmäler Ludwig Noldes aus den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg sind für Dominikus Witte Beispiele, wie glaubensverbundene Kunst zeitgemäß umgesetzt werden kann.

Neben Altären und Kirchenfenstern gestaltete Dominikus Witte unter anderem den Gedenkstein für die Opfer des Transrapid-Unfalls im emsländischen Lathen.

Allen drei Künstlern gemein ist übrigens das außergewöhnlich große Interesse für die Krippenkunst, die sie selbst durch ihre Arbeit befördert haben. Wie seit 1980 sein Vater Willi gehört heute auch Dominikus Witte zu den Aktivposten des Krippenvereins Osnabrück-Emsland, für den er gemeinsam mit dem Vorsitzenden Gerd Lohmeier bereits viele Ausstellungen konzipiert hat. Auch in der Nolde-Retrospektive finden sich etliche Bezüge zum Krippenschaffen des Großvaters.


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