Nach der Grätsche kommt Walke Fußballer pflegt Rasen des TV Neuenkirchen

TVN-Fußballer und Platzwart Tobias Walkenhorst testet den Profimäher, der ab 2014 zum Einsatz kommt. Foto: Heike DierksTVN-Fußballer und Platzwart Tobias Walkenhorst testet den Profimäher, der ab 2014 zum Einsatz kommt. Foto: Heike Dierks

Neuenkirchen. Drei Zentimeter machen für Tobias Walkenhorst einen großen Unterschied. Der Fußballspieler pflegt in seiner Freizeit den Rasenplatz seines TV Neuenkirchen. Und während auf vielen anderen Plätzen der Region das Grün rund sechs Zentimeter lang ist, dürfen die Kicker vom Kreisklassen-Tabellenführer auf drei Zentimeter kurzem Geläuf zu Werke gehen.

Einige Spiele im Raum Melle sind in den vergangenen Wochen dem regnerisch-frostigen Wetter zum Opfer gefallen. Nicht so in Neuenkirchen, wo die Ersten Herren sogar noch am verschneiten Nikolaustag das Derby gegen Westerhausen ausgetragen haben. Die Gastgeber landeten einen 9:0-Kantersieg. Der Platz am Hainteich muss in einem ungewöhnlich guten Zustand gewesen sein. Und das ist der emsigen Arbeit von „Greenkeeper“ Walkenhorst zu verdanken. Durchschnittlich sechs bis sieben Stunden pro Woche kümmert sich „Walke“, wie er im Team genannt wird, ums gepflegte Grün.

Er mäht den Platz – im Sommer mindestens dreimal, im Winter einmal pro Woche. Er schließt die von Stollenschuhen herrührenden Löcher. Vor wichtigen Begegnungen walzt der 24-Jährige zusätzlich den Rasen. Ein ebener Boden sei besser bespielbar. Auch das Wasser könne schneller abgeführt werden, erklärt der Experte, der mit dem Spaten auch regelmäßig die Rasenkanten absticht.

Wenn sich das Team zum Heimspiel trifft, sei Walke meist schon auf der Anlage, ziehe die Linien nach, stelle die Fahnen auf und kümmere sich auch noch um die Verpflegung der Fans, berichtet Ko-Trainer und Mitspieler Aljoscha Kollmeyer. Der Club weiß den Einsatz zu schätzen: „Der Rasen war nie in einem besseren Zustand. Früher bestand der Platz zu dieser Jahreszeit eher aus Schlammlöchern als aus Rasen“, betont Kollmeyer.

Gelegentlich lädt Walkenhorst zu geselligen Arbeitseinsätzen ein: Zuletzt haben Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaft einen Fangzaun aufgestellt. „Zu diesen Aktionen kommen immer 15 bis 20 Jungs zusammen. Wir sind eine große Gemeinschaft“, betont Tobias Walkenhorst. Sein neuester Coup: Über Sponsoren hat er einen gebrauchten Großflächen-Profimäher für den Verein organisiert. „Ich rüste den jetzt wieder auf.“ Das Gerät soll zum ersten Heimspiel 2014 erstmals eingesetzt werden. Der bisher genutzte kleine private Aufsitzmäher hat dann ausgedient. „Ich erhoffe mir davon eine große Zeitersparnis“, sagt der Fußballer.

Das Grün ist seine Leidenschaft – als Spieler und Platzwart. „Ich erfreue mich an einem guten Rasen.“ Im Spiel sei er allerdings so fokussiert, dass er dann keine Rücksicht auf grüne Verluste nehmen könne. Wenn der Mittelfeldakteur mal die Grätsche auspackt, kommentieren die lieben Kollegen gerne: „Mensch Walke, mach dir doch den eigenen Rasen nicht kaputt!“ Kein Problem, hinterher richtet er alles wieder fein her.

„Ich habe schon in meiner Kindheit zu Hause den Rasen gemäht. Irgendwann hat sich das Hobby dann auf die Nachbarschaft ausgeweitet“, berichtet der 24-Jährige. Im Vorjahr beendete er dann seine Ausbildung bei der auf den Sportplatzbau spezialisierten Firma Heiler in Bielefeld. Seither kümmert er sich intensiv um die Spielfläche des TVN. Und die Zukunft rund ums Grün ist gesichert: Walkenhorst wird Ingenieur für Gartenbau, er studiert derzeit in Osnabrück. Um sein Studium zu finanzieren, arbeitet er nebenbei als Greenkeeper bei Arminia Bielefeld.


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