Ausverkaufte Martini-Kirche „Medlz“ brennen in Buer ein Feuerwerk ab

Die Dresdner „medlz“ Nelly, Mary, Bine und Silli (von links) ließen die Weihnachtsliedklassiker zu einem frischen Hörgenuss werden. Fotos: Conny RutschDie Dresdner „medlz“ Nelly, Mary, Bine und Silli (von links) ließen die Weihnachtsliedklassiker zu einem frischen Hörgenuss werden. Fotos: Conny Rutsch

Buer. Die „medlz“ brachten aus Dresden Weihnachten nach Buer. Ihr allererstes Weihnachtskonzert dieser Saison starteten die fantastischen Vier in der Martini-Kirche, die aus allen Nähten zu platzen drohte. „Wir haben die 500er Grenze geknackt“, strahlte Martinimusik Organisator Matthias Breitenkamp kurz vor dem Konzertabend am 1. Advent.

Die Mischung macht ihren Erfolg wohl aus. „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, ihr Einzugssong, ein bisschen wie gewohnt, ein bisschen verpoppt, dazu Theaternebel und eine wunderbare Beleuchtung in adventrot oder feierlichem Violett: das Konzept der „medlz“ geht auf. Mit glasklaren Stimmen, die so gar nicht klassisch verbildet, sondern ganz natürlich klingen, mixten die knapp über 30-jährigen Sängerinnen frischen Wind in die alle Jahre sonst wieder gleich klingenden Weihnachtshits.

„Leise rieselt der Schnee“, ganz einfach mit kleinem Schellenring und dem hölzernen Trommelhocker Cajon begleitet oder „Der kleine Trommler“, pa ram pam pam, so unkitischig, wie selten gehört.

„Manche Weihnachtslieder traut man sich nicht zu verpoppen“, kündigt Bine den alten Choral an. Und die Vier intonierten „Es ist ein Ros entsprungen“ so lupenrein und anrührend, dass man die Stecknadel im riesigen Kirchenschiff hätte fallen hören können.

Nelly, Silli, Bine und Mary leben die Musik. Jeder Ton klingt selbstverständlich und unkünstlich, dass die Weihnachtslieder - altbekannte Schlager eigentlich - , klingen, als hätten die Vier sie grade erst erfunden. Selbst das „Ave maria“ von Johann Sebastian Bach und Charles Gounod, das jeder Spatz mitpfeifen könnte, wird zu einem a-capella-Erlebnis wie noch nie gehört.

Eine musikalische Weihnachtsweltreise von Frankreich über Südamerika in die USA und humorvoll zurück zu einem sächsischen „O Dannenboom“ meistern die „medlz“ mit Temperament und Einfühlungsvermögen gleichermaßen und tauchen die begeisterten Zuhörer in immer neue Wechselbäder der Gefühle.

Und witzig ist ihre Idee, von der Weihnachtstournee aus jeder Stadt ein Medley zu basteln: das sangeskräftige Bueraner Publikum beginnt den Reigen mit den ersten Zeilen „Vom Himmel hoch“, die „medlz“ schließen das nächste Lied an, das Ganze wird mit Handy gefilmt, und am Ende der Tournee puzzeln die hübschen Sängerinnen alle Liedanfänge zu einem Erinnerungsmedley zusammen.

Frenetisch gefeiert

Zum Schluss überraschten die „medlz“ dann noch einmal. Natürlich durfte der Superhit „Stille Nacht, heilige Nacht“ nicht fehlen. Ganz bescheiden, vierstimmig pur, begannen sie ihn, und dann nahmen sie die Mikros einfach runter und wanderten sozusagen unplugged singend den Mittelgang Richtung Kirchenausgang. Klar, dass die Vier frenetisch gefeiert wurden.

Angesichts des riesigen Besucheransturms läuft bereits ab sofort der Vorverkauf für das „medlz“-Konzert am 3. Advent 2014. Dann werden sie die Martini-Kirche sicher auch ein drittes Mal bis auf den letzten Platz füllen.


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