Falschgeld aus Präsentproduktion Englischsprachige Fantasy-Lesung in Melle

Fantasy klingt auf Englisch einfach besser, meint Autor Daniel Klockenbrink, und forderte mit seinem Erstlingswerk die Sprachkenntnisse der Gymnasiasten heraus. Foto: Petra RopersFantasy klingt auf Englisch einfach besser, meint Autor Daniel Klockenbrink, und forderte mit seinem Erstlingswerk die Sprachkenntnisse der Gymnasiasten heraus. Foto: Petra Ropers

Melle. Vor 16 Jahren legte Daniel Klockenbrink am Meller Gymnasium sein Abitur ab. Gestern kehrte er auf der anderen Seite des Lehrerpultes an seine alte Schule zurück. Denn in gleich zwei Lesungen - eine weitere folgt heute - stellte der Autor sein englischsprachiges Erstlingswerk „Fraud at Snowfields“ vor.

Was tun als begeisterter Fantasy-Leser, wenn die Bücherregale voll sind und sich der Kopf nach einem anstrengenden Studientag voll medizinischer Fachbegriffe nach einer kreativen Auszeit sehnt? Für Daniel Klockenbrink war während seines Medizinstudiums in Hannover die Antwort leicht: Er begann selbst zu schreiben - nicht ahnend, dass er zehn Jahre ein eigenes Buch in den Händen halten würde.

Er habe einfach „drauf los“ geschrieben, erzählte der in Bremen tätige Unfallchirurg den Schülern der neunten Klassen. Mal mehr, mal weniger, und manchmal verschwand die Erzählung auch für ein paar Jahre ganz in der Schublade. Nun jedoch ist die Geschichte über den zwölfjährigen Will, der unverhofft für das Schulungszentrum der „White Christmas Organisation“ angeworben wird, vollendet und bei Amazon in Eigenregie veröffentlicht.

Gefüllter Truthahn, Plätzchen zur „Teatime“ und natürlich die Geschenke: Auch mit zwölf Jahren liebt Will noch den besonderen Zauber von Weihnachten. Doch niemals hätte er sich träumen lassen, dass er selbst einmal dazu beitragen könnte - als einer von mehreren ausgesuchten Schülern, die per Wolkenexpress als himmlischem ÖPNV zu einer streng geheimen Ausbildungsstätte gebracht werden. Dort lernt er nicht nur die unliebsamen Seiten der Geschenkeverteilung wie Lagerhaltung und Rechnungswesen kennen.

Sohn einer Engländerin

Er muss auch mit Erschrecken feststellen, dass irgendjemand die Magie der Geschenkeproduktion zur Herstellung von Falschgeld missbraucht. Bei seinen Nachforschungen gerät Will ernsthaft in Gefahr. Ob es ihm gelingt, den größten Betrug in der Geschichte der Organisation aufzudecken, das verriet Daniel Klockenbrink, der unter dem Pseudonym Daniel Klock veröffentlichte, natürlich nicht. Dafür machte er jedoch vor allem den Fantasy-Fans im Auditorium Mut, sich auf die englische Sprache einzulassen.

Denn die eigne sich mit ihrem breiteren Ausdrucksspektrum einfach besser für das Genre. Und für ihn selbst lag als Sohn einer Engländerin, die zudem als Englischlehrerin am Meller Gymnasium tätig war, der sprachliche Sprung über den Kanal ohnehin nahe. Doch eine Übersetzung ist bereits in Arbeit und soll passend zum Weihnachtsfest 2014 fertig sein.


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