Jugendherberge geschlossen Die Ballonbieger biegen nicht mehr in Melle

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Ein Bild des Twistertreffens 2012 in der Meller Jugendherberge. Foto: Conny RutschEin Bild des Twistertreffens 2012 in der Meller Jugendherberge. Foto: Conny Rutsch

Melle. Es hat sich ausgetwistert in Melle. Mit der Schließung der Jugendherberge verabschiedet sich auch der „Weltkongress“ (Eigenbezeichnung) der Ballonbieger aus dem Grönegau. 15-mal in 17 Jahren waren Ballonkünstler (Twister) aus aller Welt in Melle zu Gast.

„Wir haben lange überlegt“, sagt Cordula Paulsen aus Werther, die den „Euro-Jam“ mit ihrem Mann Rüdiger und Hartmut Krenz aus Münster organisierte, „aber wir haben uns dann doch festgelegt und gesagt: das war es.“ Zum einen sei es zu schwierig gewesen, für vergleichbares Geld eine andere Beherbergungsmöglichkeit zu finden, zum anderen „lassen auch die Kräfte nach, das sollen jetzt mal Jüngere machen. Das war unser Baby, aber es ist jetzt groß.“

Seine Kindheit wird das Baby leider nicht mehr in Melle erleben. Ein regelmäßiger Teilnehmer, Andreas Zier, will im November 2014 erstmals in Hamburg eine Jam anbieten („Jam“ leitet sich aus der Musik ab und bedeutet etwa „Treffen zum Improvisieren“). Außerdem gibt es Jams in Oberderdingen bei Karlsruhe (März) und Pullach bei München (Januar). Auf www.euro-jam.com , der Seite der Paulsens, sollen in den nächsten Wochen alle Jamtermine gelistet werden.

Die Treffen in Melle wurden nicht ganz zu Unrecht, aber sicher auch mit einem Augenzwinkern „Weltkongress“ genannt. Immerhin kamen Twister aus Schottland, Finnland, Ungarn, Irland oder Mexiko in den Grönegau. Zum letzten Treffen war ein US-Amerikaner sogar spontan ins Flugzeug gestiegen und stand plötzlich vor Cordula Paulsen: „Ich hoffe, ihr habt noch einen Platz und ein Bett für mich.“

Für die Paulsens bedeutet das Ende ein bisschen Wehmut, aber auch Zeit für andere Projekte. Außerdem würde das Ehepaar zu gerne mal als Teilnehmer zu einer Jam fahren, „auf der ich nicht arbeiten muss“, so Cordula Paulsen, „ich habe es in all den Jahren nicht geschafft, an einem unserer Workshops teilzunehmen. Zu viel zu tun.“


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