Breitbandausbau geplant Gerden wird flott, aber nicht überall

Garant für ein schnelles Internet: Glasfaserkabel.Foto: dpaGarant für ein schnelles Internet: Glasfaserkabel.Foto: dpa

Melle. Gerden wird flott: Innerhalb eines Jahres will die Telekom im Gewerbegebiet den Breitbandausbau realisieren. Die angrenzenden Wohngebiete profitieren davon allerdings nur zu einem Teil, sehr zum Leidwesen von Anwohnern, die sich ein schnelleres Internet wünschen.

Rund 300000 Euro werden in den Breitbandausbau in Gerden investiert. Diese Summe gliedert sich etwa zu gleichen Teilen aus Mitteln des Landkreises, der Stadt und aus Geldern aus dem europäischen EFRE-Förderprogramm. (Mit diesem Programm soll die Infrastruktur des ländlichen Raumes gefördert werden.) Mit dem Ausbau reagieren die Partner auf den Bedarf von Gewerbebetrieben nach ausreichender Breitbandversorgung.

Demnach werden in Gehrden sechs Kabelverzweiger mit Glasfaserkabel angeschlossen und mit moderner VDSL-Technologie ausgestattet. Damit sind in dem Gewerbegebiet künftig Bandbreiten zwischen 16 und 50 MBits/s möglich.

Von dem schnelleren Internet können annähernd 90 Betriebe ihren Nutzen ziehen, auch viele der knapp 300 privaten Haushalte, die sich im Ausbaugebiet befinden: „Aber leider nicht alle. Warum wird das Gewerbegebiet Gerden ausgebaut, nicht aber die Thomasburg und die Nachtigallensiedlung gleich mit?“ fragt sich Anlieger Volker Herzig.

Er zeigt für die Ausbaupläne der Telekom kein Verständnis. Satt ausschließlich das Gewerbegebiet mit der neuen Technologie zu versorgen, wäre es sinnvoller gewesen, auch die angrenzenden Wohngebiete mit einzubeziehen. Das ist jedoch nicht der Fall. Weder die rund 50 Häuser in der Siedlung Süwers Kamp noch der Bereich Altenmeller Feld sollen mit der neuen Glasfasertechnik ausgestattet werden. Das haben Nachfragen von Volker Herzig ergeben.

Verstehen kann er die Vorgehensweise nicht, denn wenn einmal die Erde aufgerissen werde, könnten auch die angrenzenden Bereiche gleich mitversorgt werden, und das mit einem vergleichsweise minimalen Aufwand. So aber stünden die angrenzenden Wohngebiete dumm da: „Die lassen uns da oben verhungern,“ bedauert Volker Herzig: „Wenn ich ein Auto repariere, dann ja nicht nur eine Bremse,“ vergleicht er.

„Wir tun unser Möglichstes, um den Breitbandausbau voranzutreiben. Letztlich ist der Ausbau aber auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit“, erklärte Stefanie Halle. Die Pressesprecherin der Telekom erklärte auf Anfrage, dass für den Breitbandausbau lediglich das Gewerbegebiet ausgeschrieben worden sei, sodass das Wohngebiet nur zu einem kleinen Teil von dem Ausbau profitieren werde.

Das Wohngebiet sei nicht in das Angebot mit hinein genommen worden, um die Deckungslücke in Höhe von 300000 Euro nicht noch höher zu treiben. In Absprache mit dem Landkreis hätten das Gewerbegebiet und ein angrenzender Bereich, in dem die Versorgung zurzeit zwei MBits/s betrage, im Fokus gestanden. In dem Wohngebiet seien derzeit zwei bis sechs MBits/s möglich, führte Stefanie Halle aus. Im Übrigen sei der Ausbau alles andere als preiswert: „Allein einen Kilometer Glasfaser zu verlegen, kostet 70000 Euro,“ betonte die Sprecherin der Telekom. Die Stadt Melle hat für morgen eine Stellungnahme angekündigt.


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