Über junge Tourismuskaufleute Ausbildung in Melle: Weltweit unterwegs


Melle. Die große Dynamik im Tourismus hat auch Einfluss genommen auf die Auszubildenden in der Branche. Jana Rentel und Stephanie Bockrath berichten in unserer Serie „Ausbildungsbetriebe in der Region“ vom veränderten Berufsprofil und ihrem Alltag im „Meller Reisebüro“.

Motiviert sitzt Jana Rentel vor ihrem Computer und sucht im Buchungsprogramm aus unzähligen Möglichkeiten nach passenden Flug- und Bahnverbindungen für ihre Kunden. Inzwischen werden stapelweise die neuen Kataloge mit den Reisezielen für das nächste Jahr angeliefert. Die wird sie später einsortieren.

Vor dreieinhalb Monaten hat die 17-Jährige aus Westerhausen eine Ausbildung als Tourismuskauffrau begonnen. „Trotz Höherer Handelsschule wollte ich nie ins Büro, das erschien mir zu langweilig. Nicht im Gelände bleiben, sondern raus in die Welt“, sagt die Auszubildende mit dem Faible für Reisen nach London, Irland, Schottland und Italien. Jetzt sitzt sie an der Quelle und kommuniziert vom Schreibtisch aus weltweit mit Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften, Agenturen und ausländischen Informationsportalen.

Selbstsicherer geworden

„Durch die Ausbildung habe ich mich verändert, bin selbstsicherer und offener für Neues geworden. Höhepunkt war die Klassenfahrt nach New York“, meint die Riemsloher Kollegin Stephanie Bockrath. Ihre Ausbildung schloss sie vor einigen Monaten noch als Reiseverkehrskauffrau ab. „Das Schöne in diesem Beruf sind die Informationen über Reiseziele und der direkte Kundenkontakt. Ich erkenne sofort, ob ein Kunde zufrieden ist.“

Welche Veränderungen bringt das neue Berufsprofil für Auszubildende? Das Bundesinstitut für Berufsbildung sagt dazu: Neben dem Management für Geschäftsreisen werden in Zukunft die Kundenorientierung und -bindung stärker berücksichtigt. Hinzu kommen viele neue Lerninhalte wie zum Beispiel die Bereiche Werbung, Marketing, Agenturbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit.

„Flexibel reagieren, wenn kurz vor Feierabend noch ein Kunde kommt“, rät Rolf Meyer. Der Inhaber des „Meller Reisebüros“ bildet seit 20 Jahren Jugendliche aus. „Zum Glück konnte ich bisher alle weiterbeschäftigen. Für kleine Reisebüros wird es jedoch von Jahr zu Jahr schwieriger durch die Konkurrenz von Internet und Fernsehen.“


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