Flashmob zeigt Unmut Melle: Die Pflege liegt am Boden

Von Martin Dove

Die Pflege liegt wortwörtlich am Boden: Mit dieser Symbolhandlung setzten Betroffene und ihre Unterstützer ein Zeichen gegen die Rahmenbedingungen in der professionellen Pflege. Foto: Martin DoveDie Pflege liegt wortwörtlich am Boden: Mit dieser Symbolhandlung setzten Betroffene und ihre Unterstützer ein Zeichen gegen die Rahmenbedingungen in der professionellen Pflege. Foto: Martin Dove

Melle. Und plötzlich lagen sie danieder: Gut 100 Menschen, viele davon aus dem Berufsfeld der Pflegekräfte, haben auf dem Markt ihren Unmut über die Rahmenbedingungen in der professionellen Pflege verdeutlicht. Sie legten sich auf die Straße und wollten damit verdeutlichen: „Die Pflege liegt am Boden“.

Vertreten waren dabei sowohl die Mitarbeiter aus Krankenhäusern als auch aus dem Bereich der ambulanten oder stationären Altenpflege. Zum symbolischen Zeitpunkt um fünf vor zwölf breiteten sie ihre Isomatten oder Decken und legten sich danieder - mitten im Markttreiben. „Die Pflege liegt am Boden“, stand auf Schildern, die sie dabei hochhielten, oder: „Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen.“

„Wir machen ja seit Jahren die prekäre Situation der Pflege in Niedersachsen aufmerksam“, sagt Mitorganisator Rudolf Benter. Seine Kritik richtet sich vor allem dagegen, dass die Vergütungen in Niedersachsen unter dem Bundesdurchschnitt liegen und in allen Bereichen - sei es in Krankenhäusern, Altenheimen oder Sozialstationen - Mindererlöse bestünden. Deshalb werde am Personal gespart, so dass nach seinen Worten keine menschenwürdige Arbeit mehr möglich sei.

Dass bessere Rahmenbedingungen keinesfalls ausschließlich ein Anliegen der Pflegekräfte ist, zeigten die vielen Sympatisanten, die sich ebenfalls auf dem Markt mit niedergelegt haben: Angehörige, Kollegen aus Verwaltung, technischem Dienst oder Seelsorge zeigten ebenso Flagge für die Pflege wie etwa Vertreter der Oberärzte oder Pflegedienstleitungen.


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